Irrelevant (Allgemeines Forum)

musicus, Mittwoch, 12. Juni 2019, 00:30 (vor 14 Tagen) @ oska

Wer will schon in die Innenstadt?

Bahnkunden.

Aber gemessen an der Bevölkerungszahl wohnt nur ein geringer Teil der Menschen in unmittelbarer Bahnhofsnähe, egal wie groß die Stadt ist.

Trifft auf jede Endhaltestelle eines beliebigen Verkehrsträgers zu. Wer wohnt denn an der Trambahnremise? Und wie viel Prozent hausen direkt am Taxiway? Busbahnhof-Inhabitants?

Paris ist ein Beispiel. Blöd für Umsteiger.

Wegen der Kopfbahnhöfe. Lägen die noch weiter außerhalb, wär's umso blöder.

Aber Kassel. Dort will auch niemand nach Wilhelmshöhe

Und sonst? Wilhelmshöhe is ja noch das Beste an Kassel...

aber gut für Umsteiger und Durchfahrer.

Für Umsteiger ob der Aufenthaltsqualität einer Banlieue-Tiefgarage besch.....eiden. Für Durchfahrer super. Am Besten gar nicht halten.

Wer in eine Stadt möchte, egal ob Hamburg, (nee, Köln nicht, da wollen alle zum Dom), München oder Berlin, niemand will zum Hauptbahnhof.

Ach? Wo wollen sie denn hin? In München? In Hamburg? Gut: Berlin ist der von dir verklärte Fall des Bahnhofs auf der grünen Wiese.

Das Limit liegt ja oft nicht nur in den Bahnhöfen selbst, sondern im unmittelbaren Zugang. Während der RE oder ICE den Provinzbahnhof mit einer dreistelligen Geschwindigkeit durchfährt, bin ich auch ohne Elektromobilität mit meine Fahrrad schneller als ein auf dem Elb- oder Rheinbrücken stehender ICE.

Auf der letzten Meile. Wenn überhaupt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit zur nächsten Stadt mit ICE-Halt möchte ich gerne mal von dir auf dem Bike sehen...

Das Konzept ist ja auch nicht neu.

Welches Konzept?

Pasing, Harburg, Deutz, Spandau, Dammtor. Wer am Hauptbahnhof ohnehin umsteigen müsste, kann dies auch schon einen Bahnhof vorher tun, wenn er in den Westen, Süden, Osten (ok, auch für Messebseucher), Westen oder Nordwesten seiner Stadt will.

Und wie komme ich von Pasing nach Bogenhausen? Oder von Spandau nach Pankow? Und von Dammtor nach Othmarschen? Vielleicht noch in Tagesrandlage...

Auch für Tagestouristen ist es zumutbar im vorgelagerten Bahnhof auszusteigen und von dort mit dem ÖPNV direkt zum Ziel zu fahren.
Vorraussetzung: Sehr gute ÖPNV-Verbindungen.

Voraussetzung: ÖPNV-Direktverbindungen, ergo: massive Netzverdichtung. Da treibt einer den Teufel mit dem Beelzebub aus.

Ganz offenkundig ist hier weder der Fernverkehr noch die Innenstadtlage ein Problem, sondern der Knotencharakter der betreffenden Hbf. Diese zu entflechten und Alternativen zu schaffen ist ein ebenso hehres wie erstrebenswertes Ziel. Gerade der Fernverkehr sollte dabei aber unbedingt Innenstädte anbinden. Wenn ich auf der grünen Wiese ausgespuckt werde, kann ich auch gleich auf alternative Verkehrsträger ausweichen. Die Innenstadtanbindung per FV ist eine zentrale USP der Schiene.


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