Mal was zum Inhalt (Allgemeines Forum)

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Dienstag, 11. Juni 2019, 15:08 (vor 102 Tagen) @ fbettker

So langsam verstehe ich, wo die Probleme wirklich liegen und das wurde ja auch zuvor schon erwähnt: Die Versteigerungen sind zu teuer!


Sorry, aber da muss ich aber mal kurz lachen! Der Sinn einer Versteigerung ist, dass möglichst viel Geld dabei rumkommt. Und es handelt sich ja nicht um EINE Versteigerung, sondern es werden diverse Frequenzen versteigert.

Wenn einer der Bieter meint, dass der angebotene Preis für eine Frequenz zu hoch ist, soll er aussteigen, Punkt. Wenn ich als Privatmann bei einer Versteigerung mitbiete und merke, dass das Limit, das ich mir vorher gesetzt habe, erreicht ist (und andere mehr bieten), steige ich aus.

Ja, aber scheinbar läuft es in Deutschland etwas schlechter als anderswo. Muss sicher seine Gründe haben.

Das Meckern der Telekommunikationsanbieter verläuft gerade in Deutschland auf sehr hohem Niveau.

Aber nicht auf der Qualitätsebene.

Wir haben gerade mal drei große Betreiber auf dem Mobilfunk-Markt: Telekom, Vodafone, O2 - d.h. wir haben ein sog. "Oligopol". Und dass in dem relativ bevölkerungsreichen Deutschland so eine schlechte Netzabdeckung erreicht wird, liegt an den vergleichsweise laschen staatlichen Vorgaben bzw. unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Wenn z.B. in Österreich nicht nur gefühlt die Netzabdeckung besser ist, wird das ja seinen Grund haben. Vermutlich wird es sich auch für die österreichischen Netz-Anbieter sich nicht lohnen, jede Hütte auf dem Berg mit gutem Internet zu versorgen. Aber das ist womöglich in Deutschland bei Anbindung von Strom, Abwasser usw. genauso der Fall.

Ja, aber es geht um städtische Gebiete, die schlechte Versorgung erhalten. Also Gebiete, über die eigentlich ein gewisser Wettbewerb herrschen sollte.

Im Übrigen kenne ich auf die schnelle kein Land, das mehr als 3 Netzanbieter hat. Österreich hat 3, die Schweiz glaub ich auch...

...und da läuft's besser.

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, bin ich dafür, die Breitbandversorgung zur "Grundversorgung" hinzuzufügen. Wenn jeder Haushalt in jedem Kaff in Deutschland das Recht hat, an das Elektrizitäts- und Wassernetz (inkl. Abwasserbeseitigung) angeschlossen zu werden, warum nicht auch Breitband-Internet (und zwar sowohl stationär als auch mobil)? Wenn der Staat (also der Gesetzgeber) das wirklich will, dann geht das auch. Z.B. mit massiver Förderung, z.B. mit besserer Infrastruktur.

Truth be told, das ist eines der Dinge, wieso andere Länder es besser machen.

Und das ist eines der Dinge, wieso die DB eben überlegt, selber Mobilfunkausbau zu betreiben.

Wenn man als Bahnbetreiber schon selber für den Mobilfunkempfang sorgen muss, ist das in gewisser Weise schon traurig, aber sei's drum.

Es war übrigens die FPÖ, die in der Regierung Österreich zur Spitze in Europa im 5G-Ausbau brachte. Wo in Deutschland wird 5G bereits angewendet? In Österreich können ausgewählte Magenta/T-Mobile-Kunden bereits 5G nutzen.

Und in den genannten Bereichen tritt der Staat bzw. die Kommune sogar als Anbieter auf (z.B. mit den Stadtwerken, sogar in Konkurrenz zu "kommerziellen" Anbietern) - wieso dann nicht auch bei der Breitbandversorgung? Da muss man nicht gleich "Planwirtschaft" schreien.

Muss man nicht, aber wird man. Vermutlich wird jemand auch schreien, was für ein schrecklicher Sozialismus es sei, würde man die erste Klasse im Regionalverkehr abschaffen...

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