Mal was zum Inhalt (Allgemeines Forum)

fbettker, Dienstag, 11. Juni 2019, 14:52 (vor 99 Tagen) @ J-C
bearbeitet von fbettker, Dienstag, 11. Juni 2019, 14:52

Ich habe mir mal erlaubt, den Artikel mal durchzulesen. Da merke ich langsam, wieso in Deutschland der Mobilfunkausbau so schlecht läuft.


Die Konzerne beschweren sich allerdings über die hohen Kosten für die Lizenzen. Die Versteigerung in Mainz läuft bereits seit März und bisher wurden über sechs Milliarden Euro geboten. Dieses Geld fehle für den Ausbau, Deutschland werde deshalb sicherlich nicht das beste 5G-Netz haben, warnte Telefónica-Deutschland-Chef Markus Haas. Auch die Telekom und Vodafone haben sich immer wieder kritisch über das Verfahren geäußert.

So langsam verstehe ich, wo die Probleme wirklich liegen und das wurde ja auch zuvor schon erwähnt: Die Versteigerungen sind zu teuer!

Sorry, aber da muss ich aber mal kurz lachen! Der Sinn einer Versteigerung ist, dass möglichst viel Geld dabei rumkommt. Und es handelt sich ja nicht um EINE Versteigerung, sondern es werden diverse Frequenzen versteigert.

Wenn einer der Bieter meint, dass der angebotene Preis für eine Frequenz zu hoch ist, soll er aussteigen, Punkt. Wenn ich als Privatmann bei einer Versteigerung mitbiete und merke, dass das Limit, das ich mir vorher gesetzt habe, erreicht ist (und andere mehr bieten), steige ich aus.

Das Meckern der Telekommunikationsanbieter verläuft gerade in Deutschland auf sehr hohem Niveau.

Wir haben gerade mal drei große Betreiber auf dem Mobilfunk-Markt: Telekom, Vodafone, O2 - d.h. wir haben ein sog. "Oligopol". Und dass in dem relativ bevölkerungsreichen Deutschland so eine schlechte Netzabdeckung erreicht wird, liegt an den vergleichsweise laschen staatlichen Vorgaben bzw. unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Wenn z.B. in Österreich nicht nur gefühlt die Netzabdeckung besser ist, wird das ja seinen Grund haben. Vermutlich wird es sich auch für die österreichischen Netz-Anbieter sich nicht lohnen, jede Hütte auf dem Berg mit gutem Internet zu versorgen. Aber das ist womöglich in Deutschland bei Anbindung von Strom, Abwasser usw. genauso der Fall.

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, bin ich dafür, die Breitbandversorgung zur "Grundversorgung" hinzuzufügen. Wenn jeder Haushalt in jedem Kaff in Deutschland das Recht hat, an das Elektrizitäts- und Wassernetz (inkl. Abwasserbeseitigung) angeschlossen zu werden, warum nicht auch Breitband-Internet (und zwar sowohl stationär als auch mobil)? Wenn der Staat (also der Gesetzgeber) das wirklich will, dann geht das auch. Z.B. mit massiver Förderung, z.B. mit besserer Infrastruktur.

Und in den genannten Bereichen tritt der Staat bzw. die Kommune sogar als Anbieter auf (z.B. mit den Stadtwerken, sogar in Konkurrenz zu "kommerziellen" Anbietern) - wieso dann nicht auch bei der Breitbandversorgung? Da muss man nicht gleich "Planwirtschaft" schreien.


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