Die Information klappt! Blaschi in den Niederlanden. (Allgemeines Forum)

Blaschke, Osnabrück, Montag, 10. Juni 2019, 20:11 (vor 104 Tagen)

Huhu.

Man staunt. In ihren Inlandszügen informiert die Nederlandse Spoorwegen doch tatsächlich darüber, dass der IC nach Berlin heute in Gesundbrunnen hält! Wahnsinn. Da fährste von Vlissingen nach Den Haag und erfährst sowas.

Die DB ist aber auch spitze. In ihrem Navigator berichtet sie korrekt von 16 Min Verspätung des Zuges, der die Strecke von Den Haag HS nach Den Haag Centraal befährt. Wobei, "Strecke" ist gut, ist im Prinzip ne Kurve. Hätte ich auch laufen können, wenn ich's gewußt hätte, wie nah die sich sind.

Ansonsten alles tutti. Dieser QR-Code im Smartphone öffnet problemlos alle Schleusen. Ich bin so entzückt, dass ich das Gerät in Den Haag Centraal an den Scanner halte, obwohl die Schleuse offen steht. Hab ich das richtig gesehen, dass von den niedrigen Bahnsteignummern zu den höheren 2x durch die Sperren muss, raus und rein? Aber gäbe es da überhaupt Umsteigeverbindungen?

Beim Umstieg auf der Hinfahrt in Enschede wartet ein moderner Triebwagen auf mich, böh :-( . Immerhin mit Ruheabteil. Aber schon der 3. Kunde kapiert es nicht. Wird allerdings dann der einzige bleiben. Der Umstieg in Hengelo ist sportlicher als ich dachte. 3 Min, aber der Bahnsteig ist laaaang. Die Einheimischen rennen schon alle. Was steht dann da: so ne Alstom-Diesel-Dröhnkiste. Schrecklich. Und rappelvoll bis Zutphen. Dann endlich wird's niederländisch oldschool sozusagen. Und alle stehen sie vor den EinAuscheckgeräten und es piept pausenlos.

Diese zwar gemächliche, aber auch gleichmäßige Dahinzuckelei in den Niederlanden hat den Vorteil der Entspannung, aber den Nachteil des Schläfrigwerdens.

Erst hinter Breda Richtung Vlissingen wird der Streckenzustand doch schlechter. Und das Anfahren im Regen bei wohl schlüpfriger Schiene ist ein Elend.

Eine Minute zu früh abfahren klappt zwischendurch auch mal. Einmal steht der Fahrscheinautomat neben der Überdachung im Freien. Also alles, was es hierzulande auch gibt. Einheitsbrei sozusagen. Ansonsten fahren wir pünktlich. 3x treffe ich sogar einen Schaffner. Das Einscannen klappt bei ihm auch. Europa wächst zusammen. Die Ansagen bringen die Zugbegleiter flüssig und locker durch den Äther. Wie ja überhaupt niederländische Schaffner recht entspannt sind. Was aber macht die NS mit meinen gescannten Daten? Checken die die auch irgendwo? Oder geht da ne Rechnung zur DB: ey, euer Blaschi hat bei euch gezahlt und zuckelt jetzt bei uns rum, da wollen wir Talerchen sehen.

In Den Haag steht ein einzelner Koploper bereit Richtung Enschede und ich denk so, hm, irgendwie auch nicht die meiste Kapazität. Nachdem fast alle eingestiegen sind, rumst es heftig. Ui, doch ein zweiter Teil. 3 Min vor Abfahrt. Top, eben rübermachen und die Besetzung bleibt gering. Und ich denke: yeah, biste in Enschede ja gleich direkt vorne. Das dachte ich, bis wir in Utrecht nach dahin rausfahren, von wo wir reingekommen sind. Blaschi ist mal wieder ortskundig ... Vor Schreck verschlägt es mich zum einzigen Thron im Koploper - und schau an, da wird der After noch von unten belüftet. Benutzung auf Bahnhöfen verboten. Irre, sowas gibt's auch noch.

In Rotterdam mußte ich erst auschecken, um zu einem WC zu gelangen - um nach Erledigung wieder einzuchecken. Immerhin sah ich so, wie man das alles baulich am "London-Bahnsteig" gelöst hat.

Lokbespannte Züge sah ich auch noch. Manche sogar vorne und hinten mit dem neuesten vom feinsten bespannt, aber dann älteren Wägelchen dazwischen. Mit einer Garnitur einfachbespannt, aus Eindhoven?, fuhr ich sogar ein paar Meter. Waren das nicht mal die Wägen der D-Zug-Linie Köln - Den Haag. Ja, ihr Jüngeren, sowas gab's mal. Köln Oostende übrigens auch.

Die Klimaanlagen taten es überall. Mal intensiver, mal nicht so intensiv. Die Bahnhöfe sahen soweit gepflegt aus, das CI der NS gefällt mir auch. WLAN war wohl so selbstverständlich in den Zügen, dass man gar nicht groß drauf hinwies. Überhaupt ist man mit all den Aufklebern sparsamer. In Enschede freute ich mich zu früh: erst wollte ich zum Mampfeautomaten und dann auf's WC - denkste: beides nur mit Karte mit so 'nem Funkchip nutzbar. Und Albert Heijn hatte schon zu; da mußte der Dönerfetischist herhalten.

Zusammenfassend aber ein schöner Tagesausflug. Ob der Umweg über Den Haag erlaubt war, kann man zwar diskutieren - aber das tat ja niemand.

Und so war auch diese Fahrt Richtung Nachbar wieder äußerst positiv.


Schöne Grüße von jörg

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"Wenn Sie für die Eisenbahn arbeiten, dann sind Sie immer auf der Seite der Guten!"

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)


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