So sieht's aus ... (Allgemeines Forum)

Blaschke, Osnabrück, Samstag, 08. Juni 2019, 05:15 (vor 135 Tagen) @ MvG
bearbeitet von Blaschke, Samstag, 08. Juni 2019, 05:16

Huhu.

Und je mehr man die Dresdner kennt, desto weniger möchte man unter ihnen leben.

So isses.

Ein Kabarettist, ich weiß nur nicht mehr wer, hat das mal schön zusammengefasst; ich sehe das genau so. Da haben es etliche aus den hintersten Winkeln des Erzgebirges seit 30 Jahren nicht geschafft, die paar Kilometer nach Bayern zu kommen; zu den Fleischtöpfen, wo es Geld, Arbeit, Einkommen gibt. Stattdessen endet der Horizont seit jeher an der Dorfkneipe und die am besten beherrschte Rechnung ist Hartz IV geteilt durch Bierpreis. Dass die dann natürlich neidisch sind auf Menschen, die wochen- und monatelang auf mühseligen und gefährlichen Wegen tausende Kilometer zurücklegen, um zu Wohlstand zu gelangen, ist dann zwar zumindest nachvollziehbar. Nur muss ich dann nicht etwa Verständnis aufbringen oder gar Sympathie mit ihnen haben. Die gebratenen Tauben landen nirgends direkt in den Mund. Die DDR meinte das zwar und subventionierte das fleißig, vergaß aber, dass es schlussendlich wer zahlen muß. Als sich dafür niemand mehr fand, ging sie folgerichtig zugrunde. Deswegen ist die Rechnung 40 Jahre Kommunismus toll, 30 Jahre Kapitalismus Scheiße eben Unsinn. Und erst recht kein Grund, Nazis zu wählen oder stillschweigend (und ich behaupte, es ist die Mehrheit dort!) mit ihnen zu sympathisieren. Aber wenn man das eigene Leben nicht auf die Kette bekommt, ist es natürlich sehr bequem, über diese komischen Fremden zu hetzen, die das haben, was einem selbst fehlt: Mut, Mumm, Willen, Eigeninitiative, Können (allein insofern, als dass sie es bis zu uns schaffen!). Und schon zu DDR-Zeiten war das da das "Tal der Ahnungslosen". Daran hat sich nichts geändert.

Dass es Ausnahmen gibt, ist klar. Auf eine Mehrheit der Einwohner dort treffen die Beschreibungen aber zu.

Und an all dem ändert sich nichts, wenn ich da als Tourist hinfahre. Wie hier ja zutreffend erklärt wurde.


Schöne Grüße von jörg

--
"Wenn Sie für die Eisenbahn arbeiten, dann sind Sie immer auf der Seite der Guten!"

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (07.05.2019)

Na bitte! ;-)


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum