Milchmädchenrechnung (Allgemeines Forum)

Henrik @, Freitag, 17. Mai 2019, 02:01 (vor 151 Tagen) @ Aphex Twin

Argumentier mal so bei Vertrieblern im Außendienst oder bei mobilen Pflegediensten. Die werden sich herzlichst für deine Ideen bedanken und kräftigst applaudieren.

Die müssen sich eben Elektroautos zulegen (oder Wasserstoff/Brennstoffzelle). Und/oder der Technologie hilft dieselbe Dienstleistung mit weniger Personeneinsatz bzw. Personenkilometern zu erbringen.

Und wer soll das bezahlen? Am Ende die Versichertengemeinschaft über höhere Beiträge bzw die Kunden über höhere Preise.

Wer denn sonst? Alles nur durch höhere Steuern auf die Reichen? Wenn dies je irgendwo solch signifikante Summen eingebracht hätte, würden wir von solchen Beispielen schon gehört haben.

Und wenn Du meinst die könnten sich dies nicht leisten, niemand hat gesagt, dass Klimaschutz kostenlos zu haben ist. Und jede Veränderung trifft verschiedene Leute eben unterschiedlich. Das kann der Staat durch Umverteilung abfedern aber eine 100%ige Kompensation wird der Rest der Bevölkerung nicht (über Steuern und Abgaben) auch nicht bezahlen wollen.

Klimaschutz zum Nulltarif verlange ich nicht. Nur ist die Aussage von ICETreffErfurt wie so oft nicht durchdacht und beachtet nicht die weitreichenden Konsequenzen seiner Forderung.

Und die Zielvorgabe bis 2050 bei einer Netto-Null für CO₂-Emissionen anzukommen ist mehr durchdacht und bedachtet dessen weitreichende Konsequenzen?

mit Verlaub, um eine Lanze zu brechen für dieses Forum und erst recht für den Benutzer ICETreffErfurt,
wir sind hier kein Wissenschaftsforum und er hat einfach so seine Meinung hingeschrieben.
Da wird keiner eine hochdurchdachte Aussage unterstellen.
Von einer administrativen Regierung, gestützt auf Beratern und Studien kann man das durchaus erwarten, sollte man auch
und es ist auch das gute Recht von Schülern, ihre Regierung auf ihrer eigenen Ziele hinzuweisen.

Und Netto-Null ist schwieriger als Du denkst.

Fernab von der Ansicht von Benutzer Power132, sieht die Regierung ihr Ziel durchaus als anspruchsvoll an.

vgl.
https://www.bmu.de/themen/klima-energie/klimaschutz/nationale-klimapolitik/klimaschutzp...

Zum Beispiel wird bei der Zement- und Stahlproduktion durch unvermeidbare chemische Reaktionen CO₂ produziert. Im besten Fall kann man diese abtrennen und unterirdisch lagern. Elektrisch oder mit CO₂-Abtrennung ist tendenziell unmöglich bis sehr aufwendig bei Flugzeugen und Schiffen. Andere Treibhausgasemissionen wie die von Methan, z.B. aus der Rindtierhaltung oder anderen Bereichen der Landwirtschaft total auf Null zu senken ist auch praktisch unmöglich.

Grade insbesondere der stromintensiven Stahlproduktion war das ja auch dieser Tage Thema,
die Grünen, in Persona Habeck führte aus, durch küstennahe Produktion sei eine klimaneutrale Herstellung bereits heute möglich - Regierungsvertreter widersprach (wars bei Anne Will? zumindest in diesen Tagen im TV).
Die Massentierhaltung ist gewiss auch ein Thema, wird sich sicherlich in kommenden Jahrzehnten verändern. In jüngeren Generation gibt es ja heute schon ein stark geändertes Verhalten diesbezüglich, ohne Einschränkung. Von Null-Emission muss auch hier nicht das Thema sein.

Womit kann man diese unvermeidbaren Emissionen kompensieren? Entweder Biotreibstoffe (oder Biorohstoffe in der chemischen Industrie) oder direktes Abtrennen von CO₂ aus der Atmosphäre (aber da liegen wir im Moment noch bei über €100/Tonne CO₂). PKWs sind aber ein ganzes Stück von der Spitze der Schlange von Bereichen die Kompensationen nutzen wollen entfernt. Elektroautos (oder andere alternative Energieträger wie Wasserstoff) ist es also.

..was auch immer es sein wird, es wir geforscht werden.
Bis 2030 und erst recht bis 2050 ist noch ne sehr lange Zeit hin.


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