Milchmädchenrechnung (Allgemeines Forum)

Henrik @, Freitag, 17. Mai 2019, 01:38 (vor 155 Tagen) @ Aphex Twin

Die müssen sich eben Elektroautos zulegen (oder Wasserstoff/Brennstoffzelle). Und/oder der Technologie hilft dieselbe Dienstleistung mit weniger Personeneinsatz bzw. Personenkilometern zu erbringen.

Und wer soll das bezahlen? Am Ende die Versichertengemeinschaft über höhere Beiträge bzw die Kunden über höhere Preise.

..und das darf es nicht sein, schon gar nicht darf dieser Eindruck vermittelt werden, das wäre fatal und ist nur Futter für die Populisten, Extremisten, siehe Paris.

Die Menschheit steht vor der Wahl entweder mit den Kosten des Klimawandels konfrontiert zu werden oder mit den Kosten der Beschränkung des Klimawandels.

insgesamt gesehen ja.
Daher ja auch das Pariser Abkommen, das von allen Staaten dann auch unterschrieben wurde.
USA ist wieder raus, Brasilien will auch wieder aussteigen.
Über die Bemühungen diverser Staaten (inkl. des eigenen) kann man sich gewiss drüber unterhalten.
Vor der Aufgabenstellung an sich stehen aber in erster Linie hauptsächlich die Staaten, die auch am meisten Treibhausgase emittieren und auch diejenigen, die mit ihrem Handeln von Abbau von Tropenwäldern sorgen.
Da ist natürlich auch ein Punkt, wieso wir landwirtschaftlich protektionistisch geschützte Produkte in Entwicklungsländer exportieren, die sie selbst auch erstellen könnten. In der Klimaschutzkonsequenz hätten die Länder vor Ort was von (ohne Kosten) und wir hier ebenso, könnten die selben Mittel für klimaschonende Investitionen einsetzen.

Wenn alles zum Nulltarif oder sogar noch kostensparend zu erreichen wäre, müssten die Regierungen ja gar nichts machen, der Markt würde ja automatisch auf die günstigere Lösung umschwenken.

wenns so einfach wäre...... würden wir hier nicht schreiben.
wenn die jeweiligen Produkte ihre Klimafolgekosten beinhalten würden, wäre es in der Tat so, ja.
(würde noch jemand nen Hamburger bei McDonald's kaufen, wenn er 120 US Dollar kosten würde?)
Dem ist nicht so und rein durch individuelles klimabewusstes Verhalten kann nicht so viel erreicht werden,
also müssen Regierungen entsprechend handeln, wenn sie ihre eigenen Ziele erreichen wollen.
Maßgabe sollte da gewiss sein, die Bevölkerung nicht über Maßen, am besten gar nicht zusätzlich zu belasten, vgl. Gelbwesten in Paris.
Es geht nur mit der Bevölkerung, nicht ohne sie.
Die Umsetzung ist dann von Land zu Land bzw. von Staat zu Staat unterschiedlich.

sparsame Autos, modernere Antrieb kosten dem Endnutzer nichts, Digitalisierung, Apps kosten nichts, Uber kostet keinen einzigen Cent.

Wie man durch Effizienzgewinne eine 100%-ige Reduktion von Emissionen erreichen kann, muss mir auch erst einmal jemand erklären.

100%-ige Reduktion von Treibhausgasen muss ja auch nicht das Ziel sein, ist es hierzulande ja auch nicht.
Auf die Klimaziele 2030 und 2050 bezogen werden reine Effizienzgewinne wohl auch nicht ausreichen.
Wohl wird wahrlich durch Forcierung auf z.B. Elektroautos durchaus dergleichen suggeriert.
Bei unserem aktuellen Strommix von 37% Kohlestrom sieht die Umweltbilanz eines Elektroautos hier bei uns noch nicht so rosig aus - in anderen Ländern sieht das gewiss anders aus.

Ist das Elektroauto bei gleichen Umständen in Frankreich und China teurer?

Klimaschutz zum Nulltarif verlange ich nicht.

Solltest Du aber.
Klimaschutz ist zum Nulltarif zu haben und umsetzbar, ganz im Gegenteil - nicht-Klimaschutz kommt uns teuer und vor allem teurer zu stehen.

Das erste ist nicht unbedingt das Gegenteil des letzteren. Nur weil eine Option (Massnahmen zu Beschränkung des Klimawandels) niedrigere Kosten verursacht als eine andere Option (durch ungebremsten Klimawandel im Business-As-Usual Fall verursachten Kosten) macht sie noch lange nicht kostenlos.

muss nicht sein, ja.
Kann sie aber, darauf sollte auch hingearbeitet werden und es auch betont werden.

CO2-Emissionen sind im Straßenverkehr in letzten Jahren zurückgegangen bei Mehrverkehr - zum Nulltarif.

Wirklich? Autos sind im Schnitt nicht teurer geworden? Investitionen und Subventionen in den öffentlichen Verkehr haben nicht zugenommen?

Ich habe es durchaus bewusst so schwammig formuliert.. ;)
Kommt auf die betrachteten Zeiträume drauf an ;)
Es gibt Zeiträume, in denen die CO2-Emissionen trotz Mehrverkehr zurückgegangen sind, mehrheitlich.
Die Autos sind da nicht wesentlich teurer geworden - das wird auch kritisiert,
Ursachen sind tatsächlich hauptsächlich die Effizienz, aber auch die Spritpreise und Attraktivität des Bahn-Fernverkehrs, vgl. UBA.

Die Subventionen in den Nahverkehr hat nicht wirklich zugenommen, jüngst mit Erhöhung der Regionalisierungsmittel ja. Aber der entscheidende Sprung der Effizienz kam durch die Regionalisierung, durch die Ausschreibungen. Modal-Split Veränderungen sind da nun nicht so relevant eingetreten und so umweltfreundlich im Vergleich zum FV ist der NV ja nun auch nicht, ganz im Gegenteil.
Investition in die Schiene haben im Rahmen des Bedarfsplans noch nicht zugenommen, das kommt erst noch,
im Rahmen von LuFV durchaus in letzten Jahren, noch mehr in künftigen Jahren.
Punktuell, eindimensional kann man dieses nicht betrachten. Für die nächsten Jahre, Jahrzehnte ist da gewiss einiges zu erwarten.
Kurzum, die massive Reduktion der CO2-Emissionen im PKW pro Verkehrsleistung hat mit den Mitteln in das System Schiene recht wenig zu tun.


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