Flixtrain hat einen Punkt, aber DB auch. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Donnerstag, 16. Mai 2019, 09:52 (vor 155 Tagen) @ Bambalouni

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bahn-flixbus-flixtrain-deutschlandtakt-fernverke...

Zusammenfassung: flixtrain hat Angst, dass durch den Deutschland-Takt die Mitbewerber der Bahn behindert werden, weil sie keine freien Strecken mehr planen können.

Ich weiss nicht, wieviel Restkapazität verbleibt nach Einführung des Deutschlandtaktes. Beim "Schweiztakt" und beim "Niederlandetakt" ist das nur sehr wenig (denn in CH z.B. auch Cargotrassen vertaktet).
Wenn in Deutschland auch alles vertaktet wird, hat Flixtrain durchaus einen Punkt. Bei uns meckert arriva ja auch dass sie keine IC-Züge einsetzen kann, weil NS ein Monopol auf dem Kernnetz hat.

Meine Meinung: Flixbus könnte doch in den Deutschland-Takt ebenfalls integriert werden. Das erfordert natürlich eine gewisse Zusammenarbeit von Staat, DB und den Mitbewerbern.

Das entspricht etwa einem Autofahrer zu zwingen, ein autonomes Fahrzeug zu fahren.
Flixtrain möchte dann und dort fahren, wo es Flixtrain passt. Und das ist in der Regel nicht in irgendwelcher Takttrasse in einem System, in dem das Unternehmen andere Unternehmen berücksichtigen muss.
In dieser Hinsicht hat Flixtrain also einen Punkt.

Man muss aufpassen, dass aus dem Deutschlandtakt kein DB-Takt wird. Für den Fahrgast wäre das eine Katastrophe.

Der Schweiztakt ist ein SBB-Takt, der Niederlandetakt ein NS-Takt. Ich habe nicht den Eindruck, dass diese Takte katastrophal sind.
Ja, ich weiss, auf dem CH-Schmalspurnetz regieren die Privaten, genauso wie auf dem NL-Nebennetz, aber in der Regel sind keine zwei Unternehmen auf demselben Gleis tätig.

Dennoch muss ich gegen Flixtrain agieren. Ich stelle mir in NL vor, dass Jan zwischen Eindhoven und Amsterdam die Wahl aus vier eigenwirtschaftlichen Unternehmen mit jeweils einen Halbstundentakt hat. Fahrkarten von den Unternehmen A, B, C und D sind nicht kompatibel. Wenn Unternehmen A versagt, muss Jan also entweder den nächsten Zug von Unternehmen A abwarten oder er muss eine Fahrkarte beim Konkurrenten kaufen. Ich denke, dass Jan dann lieber die Bahn gleich links liegen lässt und stattdessen Auto fährt. Dann braucht er sich auch keine Sorgen zu machen, ob sein Auto für eine bestimmte Strasse zugelassen ist, geschwiege welches Logo auf irgendwelchem Zug steht.

Anders als bei den Airlines ist das System Bahn ein Netz, das nur mit guten Anschlüssen funktioniert. Da passt kein "Ryanair auf Schienen". In dieser Hinsicht hat DB also einen Punkt.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.


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