Anderes Netzkonzept (Allgemeines Forum)

Mike65 @, Montag, 15. April 2019, 13:53 (vor 6 Tagen) @ Hansjörg

Ein wesentlicher Unterschied ist, dass das TGV-Netz von Anfang an als Konkurrenz zu Fluglinien konzipiert wurde. In Deutschland orientierte sich der ICE eher am Strassenverkehr. Man versuchte hierzulande, möglichst viele direkte Verbindungen von Innenstadt zu Innenstadt anzubieten, was dann natürlcih mangels Umfahrung der Ortskerne zu einem Ausbremsen der Langstrecken-Sprinter führt. Andererseits kann man auf vielen Bahnreisen auf die Nutzung des PKW ganz verzichten. Wer in Frankreich aus der z.B. Reims oder Nancy nach Paris oder Strassburg will, setzt sich ins Auto (oder den Bus) und fährt zum nächsten Rübenbahnhof, wie z.B Champagne-Ardenne, so wie er es sonst auf einer Flugreise tun würde.

Ein weiterer Unterschied ist die in Frankreich zu zahlende Autobahnmaut, die dem TGV einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil gegnüber dem PKW verschafft.

Was kann man in D daraus lernen:
Meiner Meinung sollte das Sprinternetz ausgebaut werden, wozu HGV-Umfahrungen kleiner Ortschaften wie Fulda, Hildesheim etc. gehören. Ziel sollte es sein, den innerdeutschen Flugverkehr mittelfristig obsolet zu machen. Wer für eine eintägige Dienstreise von Stuttgart nach Berlin will, sollte mit dem ICE nicht wesentlich länger brauchen als auf dem Luftweg. Eine weitere, allerdings teure Massnahme wäre die bessere Trennung von HGV- und Normalstrecken, so dass ein ICE nicht durch einen langsameren Zug ausgebremst wird. Das käme der Pünktlichkeit zu gute und könnte die Zeitpuffer reduzieren.


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