...wenn in DE zumindest die Lafas nicht wären... (Allgemeines Forum)

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Montag, 15. April 2019, 11:32 (vor 7 Tagen) @ Hansjörg

Lafa = Langsamfahrstelle.

https://www.spiegel.de/reise/deutschland/ice-versus-tgv-warum-deutsche-schnellzuege-deu...

Die Grafik zeigt, dass der TGV Duplex in Deutschland die 200 km/h-Marke nicht erreicht, obwohl ihm eine 250 km/h Rennbahn Stuttgart-Bruchsal zur Verfügung steht. Die 160 km/h-Marke wird aber doch überschritten, also kann es nicht sein, dass der TGV Duplex keine LZB hat.
Mit dem ICE bin ich zwischen Bruchsal-Stuttgart v.v. recht oft mit 250 km/h Streckengeschwindigkeit unterwegs gewesen. Wer ist hier nun die Bummelbahn? Der ICE jedenfalls nicht.

Kann es sein, dass SNCF bewusst eine langsame Trasse bestellt hat?
Würde mich nicht überraschen, denn 250 km/h machen nicht viel Sinn wenn man bei Bruchsal auf 70 km/h runter muss (Engkurve?). Auf Karlsruhe-Strasburg gibt es drei weitere 100 km/h Lafas.

Die restlichen 450 Kilometer bis Paris spult der TGV dann in nicht einmal zwei Stunden herunter.

Weil zwischen Strasburg-Paris kaum jemand wohnt, und die Einwohner von Metz/Nancy eigene TGVs nach Paris haben.
Als ICE-Fan wünsche ich mir auch gerne eine Rennbahn Frankfurt-Augsburg, Fahrzeit 90 Minuten. Auf dieser Geradelinie wohnt ja auch kaum jemand (ggf. könnte man noch einen Bahnhof "Aalen/Crailsheim ICE" überlegen).
Aber es gibt bereits Strecken via Nürnberg und Stuttgart, die viel mehr Verkehr haben / generieren.

Beispiel: München - Hamburg versus Paris - Marseille

In der deutschen Grafik finde ich die zahlreichen Lafas (vier zwischen Nürnberg-Würzburg) störender als die relativ niedrige vmax.

Die damalige Bundesbahn entschied, dass die Hochgeschwindigkeitszüge anders als in Frankreich oder Japan kein eigenes Streckennetz bekommen sollten.

JP: das Kapspurnetz war nicht für hohe Geschwindigkeiten tauglich. Also war man dort gezwungen, ein separates Netz zu bauen.
FR: dort kann der TGV zwar lange Strecken mit Vollgas fahren, aber auch nach Saint-Etienne und in die Alpen muss er bummeln. Nun ist der Regionalverkehr in Frankreich viel kleiner, also wird der TGV dort nicht so stark ausgebremst wie in Deutschland.

Zum Grafik ICE-Strecken ab 250: dass HH-B für 250 km/h fitgemacht wurde, wäre mir neu.

"Wir können nicht zufrieden sein mit dem Hochgeschwindigkeitsnetz in Deutschland", meint Dirk Flege, Geschäftsführer der Lobbyorganisation "Allianz Pro Schiene". Da sehe man im Vergleich zu anderen Ländern wie Frankreich, Spanien und auch Italien nicht gut aus.

FR: Paris-Irgendwo.
ES: Madrid-Irgendwo.
IT: vor allem Turin-Neapel.
DE: Viereck Hamburg-Berlin-München-Köln-Hamburg + Diagonalen die bei Hannover kreuzen + Berlin-Fulda-Frankfurt + F-(N/S)-M + Mannheim-Basel.

Die beste Bahn der Welt schafft es übrigens mit nur 200 km/h vmax.

Die Analyse der 780 Kilometer langen Strecke zeigt, dass die Bahn im Fahrplan häufig Zeitpuffer miteingebaut hat - unter anderem, damit die Züge bei kleineren Verzögerungen nicht sofort Verspätung haben.

Das macht die beste Bahn der Welt auch. Zuerst mal zuverlässig, dann schnell. Finde ich gut.

Auf Strecken zwischen [1] Frankfurt und Mannheim, [2] Würzburg und Nürnberg sowie [3] Hannover und Berlin sollen die ICEs künftig bis zu 300 km/h fahren können. Das klingt gut. Wenn dabei aber nur Teilstücke der Strecken für hohe Geschwindigkeiten ausgebaut werden, ist der Effekt vergleichsweise gering.

Stichwort ist hier Deutschlandtakt. Die 300 km/h sind vor allem nötig weil man so die Kantenzeiten schafft.
Dennoch kann man wählen zwischen Streckenabschnitten bauen und ununterbrochenen Strecken bauen. Vorteil des letztern Verfahrens ist, dass man bei weiterer Beschleunigung (Hannover-Nürnberg 2:00, Köln-Stuttgart 1:30) die Infra schon gleich hat, während man diese beim ersterem Verfahren nachträglich bauen muss.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!


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