Da habe ich keine Bedenken - zumindest für Österreich (Allgemeines Forum)

J-C @, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Samstag, 13. April 2019, 22:32 (vor 192 Tagen) @ Twindexx

Hoi,

Und wieso gab ´s dann anfangs im Wienerwaldtunnel herausgerissene Türen, sowohl bei den Railjet wie auch der WESTbahn (bevor diese nachträglich verstärkt wurden)? Und da sind sich keine Dosto-Züge mit 230 begegnet ...


Weder der Westbahnzug

Eine aufgemotzte S-Bahn

noch die RJ

Eine Art Notlösung, nachdem man zu viele Tauri hatte...

sind nach aktuellen TSI-Normen gebaut.

Das ist kein Wunder. In beiden Fällen konnte man nicht gleich einen entsprechenden Hochgeschwindigkeitszug bestellen.

Aber es hat auch sein gutes, beim Railjet kann man die Lok auch mal wechseln ans andere Ende stellen, theoretisch alle möglichen Wagen dranhängen (hat's früher auch sehr oft getan), gibt eine gewisse Flexibilität.

Ist halt immer ein Nehmen und Geben.

Um die Vorgaben einzuhalten, muss die Front entweder spitz genug sein oder man muss Kanten vorsehen, an denen sich die Lüftströme brechen können. Bei noch höheren Geschwindigkeiten sind dann spitze Kanten und lange Schnauzen notwendig. Der ICE 4 und der SBB-Twindexx sind da eigentlich das perfekte Anschauungsbeispiel. Während die Schnauze des SBB-Twindexx für kommerziell 230 km/h tauglich ist, gehen beim spitzeren ICE 4 (aber mit denselben Luftbrechungskanten der SBB-Twindexx) noch höhere Geschwindigkeiten.

Hier mal SBB-Twindexx und ICE 4, um da zu veranschaulichen:

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Und wenn jetzt jemand wegen des DB-Talgo kommt: Der ist so wie er auf den Bildern dargestellt ist, nicht mal für 200 km/h zulassungsfähig. Mit einer besseren Verpackung von Kupplung und Puffer kann der immerhin für 200 km/h zugelassen werden.
Aber für 230 km/h? Es würde mich nicht wundern, wenn der nie für mehr als 200 km/h zugelassen wird. Die Front ist viel zu senkrecht und an der Lok gibts auch untenrum zuviel Luftstauräume. Bessere Verpackung für untenrum ginge ja noch, aber dann bliebe noch die Front. Die Front abflachen wird bei der Lok schwierig. Denn dann müsste sie länger werden und damit würde sie auch schwerer werden. Das darf die aber auch nicht.

Jetzt gehen wir mal davon aus, dass die DB nicht doof ist. Irgendwie musste auch die DB daraufgekommen sein, wenn etwas nicht geht. Eine entsprechend geformte Lok zu basteln sollte nicht das Schwierigste sein. Das ist ein alter Hut in den USA.

Also wieso hat die DB sich dazu bewogen, einen Zug wie den dort zu sehenden zu bestellen?

Es ist vor allem merkwürdig, wo die Züge doch als Verband bestellt wurden. Da wäre es nicht schwer, die Lok auf den Verband abzustimmen...

Also man sieht, dass das Thema Luftdruck nicht mehr so trivial ist und man dem Thema in der Fahrzeugkonstruktion seit kurzer Zeit enorme Beachtung schenken muss.

Was am Ende auch die Landschaft beim rollmaterial in Zukunft stark verändern wird...


Grüsse aus der Ostschweiz.

Gruß aus Ostösterreich (Bei Jugendtagen im Stift Heiligenkreuz :) )

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