Whataboutism hilft uns nicht weiter. (Allgemeines Forum)

Henrik @, Samstag, 13. April 2019, 18:14 (vor 98 Tagen) @ J-C

Konsequent gedacht, wird dann auch das Fliegen nicht mehr kleiner, weil in der Ukraine Umweltstandards nicht eingehalten werden. Deren Einhaltung wird man nicht forcieren, weil in China es auch ganz schlimm ist. In China wird man nichts machen, weil man sich A) von deppaten Whataboutism-Experten nichts vorschreiben lassen wird und B) man eh keine Demokratie ist und C) weil Nordkorea, das in der Klimabilanz vorbildlich ist, noch schlimmer in Sachen Menschenrechten ist als China.

Das kommt heraus, wenn man sich die Kausalkette eines Whataboutism konsequent zu Ende denkt. Fakt ist, passieren wird dann nichts.

Und das ist bei Whataboutism einfach immer der Fall. In sofern kann man Whataboutism auch nie als Form der konstruktiven Kritik ansehen, es ist eine rhetorische Blendgranate, nichts weiter.

ja..
Was sagt Professor T. in der jüngsten Folge?
Populismus ist etwas für Feiglinge, Wutbürger sind feige.

Grade das Beispiel China ist sehr gut, bestens!
Diese ganzen bösen anderen Länder, die die Umwelt verschmutzen und nichts tun würden für den Umweltschutz, und die Menschenrechtssituation sei ja auch so arg.
Bei derart verklärten Blick verliert man den Blick auf die Realität und kann gar nicht mehr wahrnehmen, was sich tatsächlich abspielt.
Die Menschenrechtssituation kommt hier in China der Umwelt zu gute, die Chinesen wollen die Umwelt schützen, bewahren, verbessern, um die Rechte der Menschen zu wahren, binden sie auch ein.
In Peking werden jedes Jahr mehr Elektroautos zugelassen als Benziner, China investiert soviel in erneuerbare Energien wie kein anderes Land der Welt, reduzieren ihre Treibhausgase von Jahr zu Jahr, werden die Pariser Ziele schon weit eher als vorgeschrieben erreichen.
Deutschland bemüht sich jedes Jahr aufs Neue bestens, sie nicht erreichen zu können,
bis Ende März bereits so viel CO2 ausgestoßen, wie es im ganzen Jahr hätte ausstoßen dürfen.

https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/china-kli...

https://www.zeit.de/wirtschaft/2017-06/china-li-keqiang-donald-trump-klimaschutz-g20

https://www.tagesschau.de/ausland/elektro-china-101.html


Lass uns noch zwei weitere Jahrzehnte so blind, handlungsträge und mit verklärten Weltbildern durch die Welt laufen bzw. fliegen.
Dann fragt uns die nächste Generation "Wieso hat China das hinbekommen, aber Ihr nicht?"
"Ja, die haben ja auch keine Menschenrechte dort, keine Demokratie und in Ukraine siehts ja auch schlimm aus. Außerdem kann man doch nicht die Schule streiken und von einer linksgrünen veganen LangstreckenLuisa lass ich mir doch nichts sagen."
super.

Dabei ist jede einzelne Maßnahme wichtig und lohnt sich. Dass anderswo man sich einen Dreck um Umweltschutz schert, sollte uns nicht daran hindern, besser zu werden. Das wäre auch sonst ziemlich widersinnig.

ja.


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