Impfung schützt nicht vor Ansteckung! (Allgemeines Forum)

ICETreffErfurt ⌂ @, Eisenach, Mittwoch, 10. April 2019, 22:43 (vor 11 Tagen) @ Aphex Twin
bearbeitet von ICETreffErfurt, Mittwoch, 10. April 2019, 22:47

Ich weiß ja nicht wie gut ihr so in Biologie und Medizin seit. Ich durfte es mal ein paar Wochen als Dozent Abiturienten Unterrichten.

Eine Impfung schützt nicht davor sich selbst anzustecken, es verhindert im besten Fall nur den Ausbruch der Krankheit und im zweitbesten Fall sorgt sie für einen milden Verlauf.

Auch eine geimpfte Person kann Träger sein und andere Personen anstecken. Allerdings ist die Chance dafür sehr viel geringer.

Nur mal so ein kleiner Abriss in die Immunbiologie:

Unser Immunsystem besteht im Modell aus 3 verschiedenen Bauteilen:

Die T-Helferzellen, die Antikörper und die Fresszellen.

Jeder Virus und jedes Bakterium hat auf seiner Oberfläche relativ einmalige Proteinstrukturen oder RNA-Stränge. In der Impfdosis wird entweder künstlich hergestelltes Protein oder die Hülle eines deaktivierten Bakterium oder Virus benutzt.

Der Körper wird damit konfrontiert und die T-Zellen docken an und "merken" sich diese Signatur als potentiell bedrohlich. Wobei der ungeübte, sprich ungeimpfte Körper, in Mangel an "Kenntnis" erstmal alle möglichen Proteinkombinationen durchprobiert. Ist so ein bisschen wie eine neue Sprache lernen.

Wenn nun ein richtiger Krankheitserreger eine geimpfte Person befällt, gibt es nach sehr kurzer Zeit ein "Match" zwischen T-Zellen und Erreger, da diese T-Zellen Strukturen vorangegangener Infektionen wie in einer Datenbank speichern. Der Körper kann also schneller und zielgerichteter reagieren, die passenden Antikörper bilden, welche dann die Proteine der Erreger auf der Oberfläche binden und sie auf diese Weise verklumpen lassen. Dadurch können sie nicht weiter in Körperzellen eindringen oder Gifte freisetzen. Die Fresszellen verschlingen dann diese Klumpen und zersetzen sie mit Enzymen.

Gutes System, hat ja auch paar Millionen Jahre Evolution gebraucht, so zu werden.

Einziger großer Nachteil, der Körper muss seinen Feind kennen. Er braucht also eine Vorlage, wenn man so will einen Bauplan, vom Erreger. Da kommt nun die so vielgehasste Impfung ins Spiel, die dem Körper eine gefährliche Krankheit vorgaukelt und ihn auf diese Weise mit einer auf den Erreger passenden Bauanleitung für die Antikörper versorgt, der noch nie im Körper wahr oder der nicht wahrgenommen wurde.

Impfungen funktionieren auch noch bei Ausbruch der Krankheit, da sie die Immunantwort beschleunigen, da mehr unbekannte Proteinkörper im Körper sind und somit die T-Zellen leichter haben die "Bauanleitung" zu speichern, bevor das Immunsystem überfordert ist.


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