doppelte Fahrgastzahl -> Zahl Züge -> Zahl Strecken? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Donnerstag, 14. März 2019, 14:04 (vor 67 Tagen) @ EDO

Hallo EDO,

Angeblich ist es das Ziel, bis 2030 die Zahl der Reisenden zu verdoppeln. Dafür benötigt man zwar nicht 100% mehr Züge, zumal der ICE4 im Vergleich zum ICE1 schon als 12-Teiler 18 Prozent mehr Sitzplätze bietet, doch reicht hierzu eine Aufstockung der Flotte um 50 Prozent?

Hängt ab von der Verteilung Fern/Regio. Es ist die Rede von Reisenden, kann also Fern, Regio oder Mix sein.
Die Mehrheit fährt Regio. Also braucht für eine Fahrgastverdopplung der Fernverkehr nicht unbedingt zu verdoppeln.

Und: Diese 50 Prozent sind ja theoretischer Natur. In den heute genannten 273 Einheiten sind die 82 vorhandenen 11-teiligen IC-Züge (Stand 2017) nicht mitgezählt. Diese 82 Einheiten stehen jedoch zur Ablösung an. Wenn man also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen will, verfügt man heute über 355 ICE/IC-Einheiten für den Fernverkehr, 2025 sollen es dann 408 Einheiten auf ICE-Niveau sein. Das entspricht dann nur noch einem Zuwachs von 15%.

Einheit ist gleich Einheit ist nicht gleich Einheit.
Eine Einheit ICE-T5 hat 250 Plätze, eine Einheit ICE4-13 900.
Beide sind Einheiten.

Ich würde hier die gesamte Sitzplatzzahl betrachten. Talgowagen sind kürzer als IC-Wagen, und Doppeldrehgestellwagen gibt es in Längen 25 m (ICE3), 26,4 m (IC klassisch) und 28,5 m (ICE4).
Ist-Zustand

ICE1   58 * 800 = 46.400
ICE2   44 * 381 = 16.764
ICE3   79 * 460 = 36.340
ICE-T7 56 * 369 = 20.664
ICE-T5 11 * 250 =  2.750
ICE4   25 * 830 = 20.750
======================== +
Zw.Summe         143.668
IC1    82 * 770   63.140
======================== +
Gesamt           206.808

Hinzu kommen:

+ 112 ICE4-Triebwagen, davon 50 13-teilig, 50-25 = 25 zwölfteilig und der Rest siebenteilig
+ 23 Talgo230 Garnituren


ICE4-13  50 * 900 = 45.000
ICE4-12  25 * 830 = 20.750
ICE4-7   37 * 456 = 16.872
Talgo    23 * 550 = 12.650
========================== +
                    95.272

Passt also fast. Aber es verschwinden:

- 82 IC1-Garnituren
- 58*2 oder 4 Wagen wegen ICE1-Verkürzung (ist "zehnteilig" mit oder ohne Lokomotiven?)

Dann verbleiben noch 95.272 - 63.140 = 32.132 zusätzliche Sitzplätze, sprich 16% von 200.000.
Zum Glück hat DB Option auf etwa 80 IC2-Doppelstockgarnituren (in der Auflistung nicht mitgerechnet) sowie weitere 70? Talgo230-Garnituren.

Auch wenn die Verfügbarkeit eines ICE4 oder hoffentlich auch des ECx höher sein wird als die der heute 30 bis 40 Jahre alten IC-Züge, wird der ICE1 auch nicht jünger. 2025 hat er rund 35 Dienstjahre auf dem Buckel (wenn auch dann ohne Buckelspeisewagen).
Ich glaube, da muss noch einiges an neuen Fahrzeugen kommen – und die Politik die Bahn entsprechend unterstützen.

Mal etwas ganz Anderes: all diese Züge brauchen auch Strecken, auf denen die fahren können!
Also muss man:

a. neue Strecken bauen (Rennbahnen, Cargobahnen, Hochleistungsbahnen)
b. vorhandenen Strecken extra Gleise verpassen (2- wird 4-gleisig)
c. vorhandene Gleise besser benutzen (Entflechtung von Verkehren)

Aber ständig höre ich:

a. "es gibt in Deutschland keinen Platz für neue Rennbahnen" (a.k.a. NIMBY oder BANANA)
b. "es gibt in Deutschland keinen Platz für extra Züge" (während bei uns in NL heute schon eine zweistellige Zahl an Zügen pro Gleis pro Fahrtrichtung fährt, und das auch noch bei Zugfolgezeit 3 Minuten)

Man kann Bauvorhaben querliegen, aber Fahrgastzuwachs nicht. Also müssen die Einheiten kapazitätsstärker werden.
Denkbar wäre mehr ICE4-7, die man dann als Kuppelzug einsetzt (14 Wagen, ein Wagen mehr als ein ICE4-13).
Wenn das auch nicht mehr ausreicht, verbleibt nur eins; die Fahrgäste müssen aufeinander Platz haben -> der ICE5 wird ein Doppelstöcker. Ein Kuppelzug von 2x ICE5-7 von je 200 m sollte doch 1300-1400 Fahrgäste befördern können, oder?


gruß,

Oscar (NL), freut sich schon auf einen ICE5-7 mit "Rheingold 2.0" Ultra-Panorama-Lounge im Endwagen.

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.


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