Es geht doch um die ursprünglich gebuchte Verbindung (Fahrkarten, Angebote und Tarife)

Rote-Augen-Sprinter, Mittwoch, 13. März 2019, 09:49 (vor 70 Tagen) @ musicus

Sehe ich im Ergebnis auch so.

Letztlich geht es um die Auslegung des Begriffs "Verspätung".

Ich würde wie folgt argumentieren: Mit Abschluss des Vertrags kommt zunächst ein Beförderungsvertrag zustande, der nur die Reise zu einen bestimmten Zeitpunkt zulässt. Diese Bestimmung greift aber nach der 20-Minuten-Regel nicht mehr bei einer erwarteten entsprechenden Ankunftsverspätung. Damit lässt sich das Problem auf einen Beförderungsvertrag ohne Zugbindung zurückführen. Dort liegt eine verspätete Ankunft dann vor, wenn die Reisezeit sich um 60 Minuten oder mehr verlängert. Dies entspricht auch der Definition in der zugrunde liegenden EU-Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 (Art. 3 Nr. 12: "„Verspätung“ die Zeitdifferenz zwischen der planmäßigen Ankunftszeit des Fahrgasts gemäß dem veröffentlichten Fahrplan und dem Zeitpunkt seiner tatsächlichen oder erwarteten Ankunft;").

Einen Grenzfall könnte man nur dann konstruieren, wenn die ursprüngliche Verbindung weniger als 60 Minuten Verspätung erwarten ließ, so dass in dieser Hinsicht keine Entschädigung nach Art. 17 zu zahlen gewesen wäre. Das müsste dann ggf. der EuGH klarstellen.


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