Es geht um den Gleisrückbau nicht um die 21 Promille (Allgemeines Forum)

ThomasK, Sonntag, 10. Februar 2019, 17:45 (vor 71 Tagen) @ ffz

Die beiden Überholungsgleise in Laufach existieren weiter hin, es wurden nur die beiden Gleise für die Schiebeloks zurück gebaut und Gleis 5 was auch vorher schon nicht per Zugfahrstraße anfahrbar war auf Handweichen umgebaut. In Hösbach wurde Gleis 3 zurück gebaut und der Bahnhof in einen Haltepunkt umgewandelt, allerdings ist die Entfernung zum Abzweig Aschaffenburg Goldbach recht gering ab dort stehen 4 Streckengelise zur Verfügung.


Wir könnten jetzt ganz intensiv in die Trassenplanung einsteigen, aber ich will mich nur auf zwei Punkte beschränken.

Zunächst einmal ist es wichtig Redundanz vorzuhalten. Es kann Triebfahrzeugschäden geben usw., sodass es wichtig ist, Reservegleise zu haben. Auch Abstellgleise für Baufahrzeuge, Gerätewagen usw. sind wichtig.

Auf den Hinweis, dass die Abzweigung Goldbach nicht weit weg ist, habe ich gewartet.

Zunächst einmal ist festzustellen, dass zwischen Hösbach und Aschaffenburg der ICE 150 bzw. 160 km/h fährt, was auf 4 km gegenüber einem mit 100 km/h fahrenden Güterzug schon einmal eine Zeitdifferenz von ca. 48 Sekunden bedeutet.

Betrieblich ist aber etwas ganz anderes völlig fatal.

Ich hatte schon erwähnt, dass mir ein paar ICE-Lokführer von betrieblichen Schwierigkeiten berichtet haben. Ein ICE-Lokführer, der einen ICE von Würzburg nach Frankfurt fuhr, berichtete mir, dass er zwischen Hösbach und Aschaffenburg 2 Minuten verlor, weil ein Güterzug Richtung Würzburg die Trasse des ICEs kreuzte.

Ich kenne zwar jetzt nicht die genaue Betriebssituation, aber ich vermute, dass ein Güterzug Richtung Würzburg hinter einer Richtung Würzburg fahrenden Regionalbahn noch eingeschleust werden musste, um nachfolgende Züge Richtung Würzburg nicht zu behindern.

Hätte das Überholgleis in Hösbach noch bestanden, hätte der Zug Richtung Würzburg den Güterzug Richtung Würzburg noch in Hösbach überholen können OHNE den ICE Würzburg - Frankfurt zu blockieren.

DAS ist doch der entscheidende Punkt.

So entstehen Verspätungen und betriebliche Instabilitäten. Gerade Fahrstraßenkonflikte in Gegenrichtung kosten sehr viele Fahrplantrassen.

Wie gesagt: Ich kann anhand der Angaben des ICE-Lokführers nur vermuten, wie die betriebliche Situation damals war, aber grundsätzlich könnte es von der Gleistopologie so gewesen sein.

Ich weiß nicht mehr, wann das war, aber auch in Partenstein hat man vor längerer Zeit eine Kahlschlagorgie veranstaltet.

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Das Gespür für Redundanz und betriebliche Instabilitäten ist bei der DB Netz überhaupt nicht vorhanden. Das ist doch das Fatale.

Wie gesagt: Bundesverkehrsminister kann noch so viele Krisengespräche mit dem Bahnvorstand einberufen, weil die Pünktlichkeit immer weiter in den Keller geht. So lange solche Kahlschlagorgien veranstaltet werden, geht es immer weiter bergab.

Mit der Politik fährt man die Eisenbahn total an die Wand.


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