Fortsetzung (Reiseberichte)

ICE 1517, Sonntag, 10. Februar 2019, 17:21 (vor 7 Tagen) @ ICE 1517
bearbeitet von ICE 1517, Sonntag, 10. Februar 2019, 17:24

Salzburg, Österreich
Die nächste Auswärtsfahrt führt am Donnerstag, den 29. November zu unseren Nachbarn nach Österreich, nach Salzburg. Der fünfte Spieltag in der Europa League hält ein Aufeinandertreffen der beiden Red Bull Vereine bereit. Für diesen Trip hat der Fanverband einen Sonderzug organisiert.

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Extrem frühes Aufstehen ist dafür angesagt, denn vor der Abfahrt müssen noch 700 Fans durch die Sicherheitskontrolle.

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2 Partywagen und 12 Abteilwagen der Centralbahn stehen bereit. Abfahrt um 6:32 Uhr, Ankunft gegen 15:10 Uhr in Salzburg. Zweifelsfrei langsamer als alles andere, was einem der reguläre Fahrplan anbieten würde, aber hier stehen das gemeinsame Erlebnis und eine Menge Spaß im Vordergrund.

Ich muss zugeben, dass ich vom Inneren der Wagen keine Aufnahmen gemacht habe. Um euch trotzdem einen Einblick zu geben, wovon ich rede, möchte ich hier auf Bilder von den Eisenbahnfreunden Treysa verweisen.
Solche Wagen habe ich zuletzt in den 90ern von innen gesehen, aber sie kommen mir immer noch erstaunlich vertraut vor: Die Klappsitze auf den Gängen, die schiebbaren Fenster, die Fahrtgeräusche, die Abteiltüren, die bequemen Sitzpolster, der Heizregler im Abteil oder die Toiletten mit Abwurf auf die Gleise. Es hat doch einen gewissen Charme, mal wieder so unterwegs zu sein.


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Mit diesem Zugmaterial sind natürlich alle Schnellfahrstrecken tabu und ab und zu werden wir auch an die Seite genommen, um andere Züge passieren zu lassen. Unsere Route führt uns über Saalfeld(Saale), Fürth(Bay), Augsburg, München Ost und Rosenheim. Im Alpenvorland (Traunstein?) hat auch der Winter schon ein wenig Einzug gehalten.

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Ankunft am Salzburger Hauptbahnhof

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Die Ankunft der Leipziger wirbelt das Geschehen am Bahnhof und in der Stadt doch etwas durcheinander. Die Polizei sperrt für uns schon am Hauptbahnhof den Weg (linke Bildhälfte) und weicht uns auch für die nächsten 7 Kilometer nicht von der Seite. Vorne sperrt ein Trupp die Straßen für unseren Fanmarsch quer durch die Stadt, hinter uns sind immer noch ein abschließender Trupp und eine Kehrmaschine zum Saubermachen.

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Ein einmaliger Anblick, wenn ca. 1000 Fans singend mitten durch die Stadt ziehen. Die Salzburger Anwohner schauen dem Treiben fröhlich von oben zu, die Autofahrer an den gesperrten Straßen werden es weniger gelassen nehmen.

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7 Kilometer und 2,5 Stunden später erreichen wir die Salzburger Red Bull Arena, die erstmals seit langer Zeit wieder ausverkauft ist. RB Leipzig sollte an diesem Abend das Glück nicht auf seiner Seite haben, RB Salzburg hat mit 1:0 das Dosen-Derby gewonnen. Mit gedämpfter Stimmung und der Aussicht, das Weiterkommen in der Europa League nicht mehr selber in der Hand zu haben, geht es in die Shuttle-Busse zurück zum Hauptbahnhof – wieder eskortiert von der Polizei und mit der Lizenz zum Überfahren aller roten Ampeln. Im Fanzug zurück wird im Partywagen trotzdem gefeiert, während in den Abteilen doch recht schnell die Nachtruhe einkehrt. Nach einem anstrengenden Tag und der Suche nach ein wenig Schlaf machen sich die Nachteile der Wagen jedoch schon bemerkbar: Wer an der Heizung sitzt, wird gegrillt, am Gang hingegen ist es zu kalt und die Fahrtgeräusche sind bei höheren Geschwindigkeiten recht dominant.

Kurz nach 7 Uhr kehren wir in Leipzig zurück. Die letzten 24 Stunden haben trotz der Niederlage enorm viel Spaß gemacht und werden lange in Erinnerung bleiben.

München
Den Jahresausklang meiner Auswärtsfahrten begehe ich am Mittwoch, den 19. Dezember nach München.

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Erstmals darf ich mit dem ICE 4 (ICE 507) fahren, den ich wiederum als bequemes Fahrzeug empfinde. Was mir die Bahn an diesem Tag nicht gönnt, ist die 300km/h schnelle Fahrt mit ICE 1223 von Nürnberg nach München – der entfällt leider. Ich fahre weiter mit ICE 507 über Augsburg mit, der andere Zugteil von ICE 1223/623 würde zwar fahren, aber auf den Andrang dort mit meiner nun wertlosen Reservierung habe ich nur begrenzt Lust. Die dadurch etwas spätere Ankunft in München gibt mir nicht mal mehr eine Stunde, um München noch bei Tageslicht zu erleben. Ein schneller Blick auf einige Sehenswürdigkeiten ist noch drin:

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Die Frauenkirche

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Das Zentrum der bayerischen Macht, die Staatskanzlei.

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Die Eisbachwelle zieht trotz Dunkelheit und Temperaturen um die 0°C noch Surfer an.

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Die Allianz Arena vor den Türen Münchens erreiche ich in einer vollgestopften U-Bahn. Und dieses Stadion ist wahrlich eine Kathedrale des Fußballs.

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Das Spiel ist lange auf Augenhöhe und schön anzuschauen, bevor kurz vor Schluss das 1:0 für Bayern München fällt.

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Zum Abschluss kehrt Weihnachtsstimmung in der Arena ein, es gibt noch eine weihnachtliche Showeinlage und Tenor Jonas Kaufmann singt „Stille Nacht, Heilige Nacht“ – ein wunderbarer Ausklang für dieses Jahr.

Für die Rückreise brauche ich wieder die Hilfe der Grünen, nach Abpfiff stellt der Flixbus die letzte Möglichkeit zurück nach Leipzig dar. Praktischerweise hält der Flixbus direkt neben der Arena in München-Fröttmaning. Auch wenn der Bus bis Nürnberg voll ausgebucht ist, kann ich doch ein wenig wegdämmern.


Fazit
Ich habe viele schöne Stunden in vielen schönen Städten und Stadien verbracht. Dass Fußball-Fans nicht unbedingt gern gesehenes Publikum in den Zügen sind, kann ich verstehen. Ich kenne die Stories dazu, habe selbst aber keine negativen Erlebnisse bei meinen Fahrten gemacht.

Meine Reisen mit der Bahn liefen nicht alle problemlos, aber ich habe fast alle Spiele erreicht. Einzig und allein Frankfurt habe ich verpasst. Nicht mal wegen eines echten Problems, sondern eher wegen eines Imageproblems der Bahn - vielleicht aber auch einfach aus Vernunft, darüber kann man sicherlich streiten.
Von den etwa 6600 Kilometern habe ich alle mit öffentlichen Verkehrsmitteln zugelegt, größtenteils mit der Bahn. Wenn der Bahn-Fahrplan nichts Brauchbares hergab, dann war es auch mal der Fernbus.

2019 geht’s weiter. Die erste Fahrt nach Düsseldorf habe ich bereits hinter mir, außerdem stehen noch Nürnberg und Gelsenkirchen auf dem Programm.

Allen noch einen schönen Sonntag und viele Grüße aus Leipzig


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