Qualität statt Quantität (Allgemeines Forum)

bigbug21 ⌂ @, Stuttgart, Samstag, 09. Februar 2019, 21:24 (vor 13 Tagen) @ ThomasK

Hallo ThomasK,

Letztendlich geht es doch nur noch darum, ob nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 der Betrieb mit 8 + 8, 8 + 12 oder 8 + 16 Gleisen abgewickelt wird.

Warum? Warum sollte eine Infrastruktur vorrangig nach ihren Ausmaßen bzw. der Zahl der Gleise bewertet werden? Was bringen beispielsweise viele Bahnsteiggleise, wenn sich ein- und ausfahrende Züge auf ihnen laufend im Weg stehen und dabei aufgrund niedrigerer Geschwindigkeiten noch extra viel Kapazität verbrauchen?

Alleine die Doppelnutzung der Gleise bei Stuttgart 21 und Vmax = 20 km/h bei Einfahrt in ein besetztes Gleis machen die ganzen Pläne zur Makulatur.

Die Doppelbelegung von Gleisen ist in den veröffentlichten Betriebskonzepten die Ausnahme und selbst damit läuft die Einfahrt (über rund 200 m) schneller als in den Kopfbahnhof mit den dort notwendigen 30 km/h über fast die gesamte Länge der Bahnsteigs. Im Januar fiel der Beschluss, mit ETCS gleich die kommende Leit- und Sicherungstechnik einzubauen, die mit ihrer im Vergleich zur PZB ungleich präziseren Überwachung auch in dieser Hinsicht nochmal ganz andere Möglichkeiten bietet.

Betrieblich ausreichend sind hingegen 8 + 8 aber im Hinblick auf künftige Angebotserweiterungen sollte man mit 8 + 12 planen. Wenn man aber 12 Gleise vom Kopfbahnhof erhält, dann lohnt sich der Rückbau gar nicht mehr, sodass man dann auch gleich alles beim Alten lassen kann und mit 8 + 16 fahren kann.

Wenn man einen Teil des Kopfbahnhofs erhalten wollte, verbleiben zunächst die Fahrstraßenkonflikte zwischen ein- und ausfahrenden Zügen im Gleisvorfeld, wenngleich wohl mit geringer Intensität. Schwieriger wird die Anbindung an den Bestand. In Feuerbach würden sich die Verkehrsströme von Kopf- und Durchgangsbahnhof vermischen, was per se insbesondere stadtauswärts erhebliche Folgeverspätungen verursacht, da laufend Züge des jeweils anderen Bahnhofs(teils) ausgebremst würden. Im dicht gedrängten Westkopf Bad Cannstatt gibt es gar keine sinnvolle Möglichkeit, alt und neu zu verbinden, schon gar nicht über schnell befahrbare Weichen. Und wie es mit der Gäubahn auf Stuttgarter Stadtgebiet weitergeht, wird die Zukunft zeigen.

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Viele Grüße
Peter

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unterwegs für freie Eisenbahn-Geodaten


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