Kapitel 4: Go West! Teil 2 (Reiseberichte)

Krümelmonster @, München, Samstag, 09. Februar 2019, 15:57 (vor 8 Tagen) @ Krümelmonster

Am nächsten Morgen startete ich um halb zehn am gemütlichen Stadtbahnhof von Prešov, es ging nach Kysak, exotischerweise pünktlich. Viele slowakische Züge sind wahrscheinlich älter als das Land, auf so ein Exemplar traf ich mal wieder. Bis Kysak hatte ich in diesem Jahr in der Slowakei zwei pünktliche und zwei unpünktliche Fahrten gehabt, was die durchschnittliche Pünktlichkeit sogar leicht verbesserte.^^ Ab Kysak ging es mit + 5 weiter im Rýchlik bis Poprad, im Zug gab es automatische Ansagen, die sogar Englisch sprachen (2015 hatte ich kein einziges Mal überhaupt Ansagen gehört). Die Ankunft in Poprad-Tatry erfolgte mit + 3. Dort, an einem der wichtigsten Bahnhöfe des Landes, gab es gerade einmal 18 Schließfächer, alle waren bereits belegt oder kaputt. Ich musste erst warten, dass im Büro von RegioJet um 12 Uhr die Mittagspause endete, bis ich dort mein Gepäck abgeben konnte.
[image]
30 An alle, die das Bahnhofsrätsel nicht lösen konnten: Der Stadtbahnhof ist Prešov ist so üppig ausgestattet… ;-)
[image]
31 Opa ist pünktlich
[image]
32 Minizug
[image]
33 Mächtiger Zug
[image]
34 In der Ostslowakei
Da der Zugfahrplan nach Kežmarok zum Abgewöhnen war, musste ich den Bus nehmen. Der Busfahrer telefonierte während der Fahrt mit dem Handy, er kannte ja die Strecke.^^ Kežmarok ist eine sehenswerte alte Kleinstadt. Leider hatte ich für eine Führung durch die Burg nicht genügend Zeit. In der neuen evangelischen Kirche machte ich die Führung auf Slowakisch mit und habe fast alles verstanden! :-)
[image]
[image]
35 – 36 Neue evangelische Kirche Kežmarok
[image]
37 Daneben die Evangelische Holzkirche
[image]
38 Altes Rathaus im Zentrum der Altstadt
Nach der Stadtbesichtigung fuhr ich mit dem Zug zurück nach Poprad und verfrachtete mein Gepäck vom RegioJet-Büro (das 17 Uhr schließen würde) in eines der glücklicherweise frei gewordenen Schließfächer. Dann ging ich zur Tatrabahn und fuhr durch bis Štrbské Pleso. Ab Starý Smokovec wurde es extrem voll, denn bei schönem Wetter drängten viele zurückkehrende Ausflügler aus den Bergen in den Zug, wodurch dieser letztlich 3 min Verspätung aufbaute (der 2-min-Anschluss klappte trotzdem). Das Zügchen fuhr oben am Hang entlang. Seitdem 2004 ein Orkan in der Tatra gewütet und alles zerstört hatte und die neu gepflanzten Bäume noch nicht hoch genug sind, hat man einen tollen Ausblick ins Tal. Die Panoramastrecke Starý Smokovec – Štrbské Pleso war für mich Neuland, 2015 war ich hier mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, aber behaglicherweise in die andere Richtung (nämlich bergab^^). Auch die Strecke von Kysak nach Spišská Nová Ves am Morgen war für mich unbekannt gewesen, sowie am Vortag von der Grenze bis Košice.
[image]
39 Schicker alter Bahnhof von Kežmarok. Davor eher pfui.^^
[image]
40 Bei meinem Anblick fängt das Gefährt gleich ganz wohlig an zu brummen ;-)
[image]
[image]
41 – 42 Roma-Lager
[image]
43 Tatrabahn
[image]
[image]
44 – 45 Regnerische Tatra
[image]
46 Die Strecke hat teils sehr enge Kurven
[image]
47 Leider habe ich verpasst, was genau es umsonst gab… :-/
[image]
[image]
48 – 49 Ausblick
[image]
50 Zahnradbahn
[image]
51 Rückfahrt nach Poprad
[image]
52 Immer noch kein schöner Blick auf die Tatra
Während sich die Massen in der Tatrabahn noch wenigstens halbwegs verteilen konnten, glich die kleine Zahnradbahn einer Sardinenbüchse. Fotografieren wäre selbst dann witzlos gewesen, wenn ich am Fenster gestanden hätte, denn es war so voll, dass die Scheiben beschlagen waren – ohne dass es draußen kalt oder feucht gewesen wäre! Erst kurz vor Ankunft kam jemand auf die Idee, mal das Fenster zu öffnen. so schnell war der Zug ja nun auch wahrlich nicht, dass es gezogen hätte, denn talwärts sind nur 15 km/h Höchstgeschwindigkeit erlaubt.^^ Ankunft in Štrba war letztlich mit + 4 wegen Massenandrang. Im Schnellzug zurück nach Poprad musste ich mehrere Wagen lang suchen, bis ich einen freien Sitzplatz fand.
Abends in Poprad ging ich dann noch etwas essen, wofür ich ziemlich lange nach einem geöffneten Restaurant mit freien Plätzen suchen musste. Viertel vor zehn stieg ich dann in den Nachtzug, wo meine beiden Abteilgenossen (es hätten auch fünf werden können) bereits schnarchten.
[image]
53 Leider hielt es der Lokführer für lustig, genau in dem Moment, wo ich abdrückte, zu hupen… -.-

--
Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum