8 + 0 dank fehlender Weitsicht im Rathaus (Allgemeines Forum)

s103, Samstag, 09. Februar 2019, 15:09 (vor 73 Tagen) @ ThomasK
bearbeitet von s103, Samstag, 09. Februar 2019, 15:10

Da dies wie die Faust auf's Auge gerade passt:

Letztendlich geht es doch nur noch darum, ob nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 der Betrieb mit 8 + 8, 8 + 12 oder 8 + 16 Gleisen abgewickelt wird.

Alleine die Doppelnutzung der Gleise bei Stuttgart 21 und Vmax = 20 km/h bei Einfahrt in ein besetztes Gleis machen die ganzen Pläne zur Makulatur.

Betrieblich ausreichend sind hingegen 8 + 8 aber im Hinblick auf künftige Angebotserweiterungen sollte man mit 8 + 12 planen. Wenn man aber 12 Gleise vom Kopfbahnhof erhält, dann lohnt sich der Rückbau gar nicht mehr, sodass man dann auch gleich alles beim Alten lassen kann und mit 8 + 16 fahren kann.

Aus Diskussion um Gäubahn: Stadt drängt auf Entwicklung ihrer Flächen

"Über die Zukunft der Gäubahn wird aktuell diskutiert. In einem Medienbericht ("Abgehängt von der Landeshauptstadt", Stuttgarter Zeitung vom 7. Februar) wird der Erhalt der Gleise oder der Bau einer Brücke angeregt, um von Singen kommende Züge auch nach der Fertigstellung des Tiefbahnhofs weiterhin am Hauptbahnhof enden zu lassen.
Die Landeshauptstadt Stuttgart weist diese Überlegungen zurück, da sie die freiwerdenden Flächen bebauen will. Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Peter Pätzold, erklärte: 'Das Rosensteinviertel ist zentral für die Stadtentwicklung. Hier werden wir keine Abstriche machen. Das hat auch der Gemeinderat so beschlossen.' Die Stadt habe daher ein überragendes Interesse, die durch Stuttgart 21 freiwerdenden Gleisflächen vollständig und sofort nach der Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs zu nutzen. [...]
Die Stadt verweist auf die entstehende Verkehrsdrehscheibe am Flughafen. Pätzold weiter: 'Wir halten an den bestehenden Planungen fest. Die Gäubahn soll künftig den Flughafen anfahren. Andernfalls schränkt dies die Entwicklung des neuen Stadtviertels erheblich ein, nicht zuletzt, weil wir Bewohner und Nutzer des Viertels umfassend vor dem Zuglärm schützen müssten.'"

Der Tellerrand ist nah ... Das überragende Interesse lässt alles Andere mit für die Zukunft ebenfalls überragendem Interesse in den Hintergrund treten.
<Ironie> Ist auch logisch, denn für Bahn ist ja auch nicht die Stadt, sondern der Bund zuständig. Verkehrsprobleme - hat man in Stuttgart nicht.</Ironie>

Die Bedeutung für die Stadtentwicklung stelle ich in keiner Weise in Frage. Dennoch:

Wie wird für den möglicherweise weit in der Zukunft liegenden (aber vielleicht auch schneller eintretenden) Fall vorgesorgt, dass aufgrund von Fahrgaststeigerungen 8 Gleise im Fernbahnbahnhof nicht ausreichen, selbst mit Doppelbelegung und ausgereiztem ETCS? Es geht nicht darum wann, sondern wie.

In der Gegend des jetzigen Hauptbahnhofs sind nach Stuttgart 21 und einer (wahrscheinlichen) Bebauung des Rosensteinviertels, die keine Bahntrassen freihält (*), weitere Tunnellösungen - unabhängig vom Aufwand - sehr unwahrscheinlich aufgrund des Grundwassers, das Bauwerke nicht noch tiefer werden lässt.

Und zur Verkehrsdrehscheibe am Flughafen: Aufgrund der fest betonierten Richtungsbeziehungen wird das nicht wirklich eine Drehscheibe, zumindest nicht für die Bahn. Höchstens als Umsteigepunkt zu anderen Verkehrsbeziehungen.

(*) Eine Trassenfreihaltung muss nicht heißen, dass Gleisanlagen des Kopfbahnhofs bestehen bleiben. Städtebaulich vorteilhafter wäre eine unterirdische Führung parallel zu oberirdischen Verkehrswegen. Das ließe die für Bebauung zur Verfügung stehenden Flächen bestmöglich bestehen und löst die vom Baubürgermeister Pätzold angesprochene Lärmfrage. Eine solche unterirdische Führung wäre aber nur möglich, wenn von vornherein in den Planungen freigehalten.


Gero


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