Die eigentliche Frage: Wie viel muss investiert werden? (Allgemeines Forum)

Bambalouni ⌂ @, Bielefeld / Jena, Freitag, 08. Februar 2019, 22:24 (vor 14 Tagen) @ Paladin
bearbeitet von Bambalouni, Freitag, 08. Februar 2019, 22:25

Mir stellt sich bei solchen Meldungen eine ganz andere Frage: Wie viel muss Arriva in CZ investieren, bis da überhaupt Züge rollen und ist das dann nicht Geld, dass als Gewinnausschüttung dem DB Konzern fehlt, um es in Deutschland zu investieren.

Die Gewinne von Arriva sind ganz nett, wenn sie Geld ins deutsche Schienennetz spülen. Allerdings haben wir die ganzen Arriva-Töchter ja alle Mal gekauft, also musste dafür Geld in die Hand genommen werden, welches in Deutschland dringend benötigt wurde und wird. Das Geld ist jetzt nun mal versenkt - also weg - können wir nicht ändern.

Jetzt muss es meinen Augen das Ziel sein, dass diese Auslandstöchter so viel Geld erwirtschaften, dass sie erstens das einbringen, was sie vor Jahren gekostet haben (das versenkte Geld), und eben noch etwas mehr, damit dieses Geld in Deutschland in Schienen und Züge investiert werden kann.

Wenn sie wirklich mehr Geld ins Geldsäckel spülen als die bei ihrem Kauf vor Jahren gekostet haben, dann dann mag das langfristig vielleicht ein kluger Schachzug gewesen sein. Ein Verkauf wäre dann aus heutiger Sicht unnötig, solange diese weiter Geld einbringen.


Dass Arriva aber weiter wächst und damit neues Kapital benötigt, sehe ich sehr kritisch, da dieses Geld (auch wenn es Arriva selbst erwirtschaftet hat oder irgendwann erwirtschaften wird) in Deutschland viel dringender benötigt wird.

Vermutlich werden schlaue BWLer aber berechnet haben, dass die Gewinnaussichten im Ausland höher sind und es viel schlauer ist, dass Geld in Arriva als in die DB in Deutschland zu investieren. Aus unternehmerischer Sicht mag das stimmen, aber sollten wir in Sachen Eisenbahn nicht viel mehr an den Wohlfahrtsstaat in Deutschland denken als an die Gewinne. Zumindest jetzt, wenn wir vor vielen Jahren schon diesen Fehler gemacht haben.

Ein was positives hat diese Meldung: Arriva kauft die Züge bei DB Regio, was zumindest deren Geldsäckel etwas füllt und hoffentlich zu Investitionen in Deutschland führt.


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