Stuttgart 21 (Allgemeines Forum)

agw @, NRW, Freitag, 08. Februar 2019, 08:04 (vor 162 Tagen) @ SveFC

(erst den Artikel über Halle lesen)

Wir schreiben den Februar 2025. Eine Zeitungsmeldung der Stuttgarter Presse:

Planungs- und Baumängel? Stuttgarts neuer Rangierbahnhof kommt an seine Grenzen

Stuttgarts neuen Tierbahnhof durchlaufen weit weniger Züge als geplant. Kritiker sehen Planungsmängel. Die Bahn stockt Personal auf.


Stuttgart -
Stuttgarts neuer Tiefbahnhof - eine Fehlplanung? Die vor sieben Monaten eröffnete Anlage kommt jedenfalls schon bei geringer Auslastung an ihre Grenzen.

Nach unseren Informationen konnten kurz vor dem Jahreswechsel im Schnitt täglich nur knapp 17 Züge pro Stunde abgefertigt werden; das ist ein Drittel der vorgesehenen Kapazität. In der Folge stauten sich auf Zufahrtsstrecken Personenzüge mit dem Ziel Stuttgart oder wurden gleich zu anderen Bahnhöfen umgeleitet. Das sei auch jetzt noch der Fall, sagte ein Mitarbeiter der Bahn-Personenverkehrstochter DB FV. Die Situation bessere sich nur langsam.

Der 10 Milliarden Euro teure Tierbahnhof ist einer der 21 größten in Deutschland und gilt als modernster in Europa. Stuttgart ist für die Bahn die neue Drehscheibe in der Region. Dazu wurde Richtung Ulm eigens eine neue Zufahrtsstrecke ausgebaut.

Die Drehscheibe läuft aber nicht rund. Ursprünglich sahen die Pläne vor, dass nach rund fünf Monaten eingeschränkten Probebetriebs ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember mit voller Last gefahren wird - das bedeutet 42 bis 51 ein- und ausfahrende Züge pro Stunde. Tatsächlich waren es nach Angaben aus Unternehmenskreisen deutlich weniger.


Der Zeitung liegen exemplarisch Zahlen für den 13. Dezember vor. Demnach kamen nur 17 Züge an, 16 verließen den Bahnhof in einer Stunde. „Das ist weit entfernt von dem, was der Bahnhof leisten soll“, sagte ein Mitarbeiter, der aus Angst vor personellen Konsequenzen namentlich nicht genannt werden wollte.

Planungs- und Baumängel am Tiefbahnhof Stuttgart


Fachleute wie er machen Planungs- und Baumängel für die Probleme verantwortlich. So seien drei Viertel der 8 Richtungsgleise, in denen die Züge einfahren, nur über wenige, langsame Weichen Verbindungen zu erreichen, und auch nur aus dem Richtungsgleis. Das heißt, sie sind nur aus einer Richtung befahrbar. Immer wieder komme es aber vor, dass Züge auf dem falschen Gleis stünden. Dann müsse der ganze Zug umrangiert werden, das sei aufwendig und koste Zeit.

Das gelte auch für den Fall, dass Wagen für Reparaturen in die nahe gelegene Werkstatt geschleppt werden. Dazu müssten Durchfahrgleise gekreuzt werden, auf denen normaler Zugverkehr stattfindet. „Wir planen immer den Idealfall“, kritisierte der Experte, „aber wir berücksichtigen nicht, dass Unregelmäßigkeiten auftreten können, die uns dann Zeit kosten.“ Um den Bahnhof in Stuttgart zu entlasten, seien bereits Züge nach Bad Cannstatt oder nach Nürnberg umgeleitet worden.

DB FV erhöht Zahl der Beschäftigten im Rangierbahnhof

Um den Betrieb schneller und reibungsloser abwickeln zu können, hat DB FV nach Zeitungs-Informationen die Zahl der Beschäftigten im Tiefbahnhof mittlerweile auf 150 erhöht, 50 mehr als ursprünglich geplant. Das Unternehmen wollte das nicht kommentieren und äußerte sich nur allgemein zu den Problemen.

So räumte eine Sprecherin ein, man benötige „länger als ursprünglich vorgesehen“, um den „geplanten Zustand“ des Tiefbahnhofes zu erreichen. Man sei aber zuversichtlich, „in den nächsten Wochen das geplante Ziel“ von durchschnittlich 51 Zügen pro Stunde täglich zu schaffen. Dazu sei eigens eine „Einsatzgruppe“ mit Vertretern von DB FV und DB Netz, dem Eigentümer der Gleisanlagen, gegründet worden.

Bei direkten Anwohnern in Untertürkheim löst der neue Abstellbahnhof unterdessen aus einem ganz anderen Grund Kritik aus: Sie fordern vor allem für die Nächte einen besseren Schutz vor dem Lärm, der beim Rangieren entsteht. Die Bahn beharrt indes darauf, es würden alle Schallschutz-Vorgaben umgesetzt.

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