Falsche Ansprüche an die Bahn sorgen für falsche Prioritäten (Allgemeines Forum)

gnampf @, Donnerstag, 10. Januar 2019, 10:16 (vor 135 Tagen) @ Lumi25

Dagegen sind ICE 1 und ICE 2 schon fast Museumszüge. Wie lange muss hier denn auf Ersatzteile gewartet werden?

Nicht umsonst wurden bei den Triebköpfen z.B. die Umrichter schon auf neue Technik umgestellt, unter anderem um Ersatzteile für andere Baureihen zu gewinnen und eben für die Baureihe wieder neue zur Verfügung zu haben. Du kannst sicherlich auch Hersteller verpflichten die Ersatzteile für 40 Jahre vorzuhalten, aber die Preise werden astronomisch sein, denn der Hersteller müßte entweder ein riesiges Lager aufbauen mit Ersatzteilen die er vielleicht nie braucht, oder müsste seine Zulieferer genauso verpflichten... und ggf. Maschinenparks etc nur deswegen erhalten bleiben um ab und an mal ein altes Ersatzteil herzustellen. Dazu natürlich die Schulung der Mitarbeiter etc.
Wenn da 15 Jahre die Ersatzteilversorgung steht ist das schon kein schlechter Wert. Im Consumer-Bereich kannst du oft über 2 Jahre froh sein. Und ein PKW-Hersteller garantiert dir auch keine 15 Jahre Ersatzteilversorgung.

Die ICE-Flotte müsste wesentlich einheitlicher werden und da die Instandhaltung von HGV-Zügen entsprechend teuer ist sollte man eine möglichst kleine Flotte haben die universal einsetzbar ist. Der ICE 4 passt da so überhaupt nicht rein aber bei der DB AG muss halt jeder Fernzug auf Hautprouten ein ICE sein.

Und was macht einen 160 fahrenden ICE4 so viel teurer als einen 160 fahrenden IC? Ok, das ersterer noch gewartet wird, und letzterer maximal die allernotwendigsten Reparaturen erhält. Natürlich ist die Technik bei 250 auf höhere Anforderungen ausgelegt... wenn die aber nicht abverlangt werden hält sie auch entsprechend länger. Und klar, wenn der Zug nur 160 darf kann keine LZB kaputt gehen... aber das Thema hat sich mit ETCS dann eh auch erledigt, das braucht der Zug dann ggf. unabhängig von seiner Höchstgeschwindigkeit.
Und gerade für die DB passt der ICE4 wunderbar, denn sie kann ihn im Gegensatz zu den anderen Baureihen praktisch überall einsetzen. Er darf auf die KRM, er darf auf ETCS-Strecken, er darf auf Strecken mit Wirbelstrombremsenverbot ohne Einschränkungen fahren, etc. Und sie kann ihn sogar in der Länge variieren.

Mehr Instandhaltung kostet auch mehr Geld ob man das weiterhin mit spartanischer Innenausstattung zu LowCost-Preisen gedeckt bekommt dürfte interessant werden.

Eine ordentliche Instandhaltung dürfte die Gewinne von DB Fernverkehr schrumpfen lassen.

Mehr Instandhaltung sollte aber auch zu mehr Pünktlichkeit und somit weniger Ersatzansprüchen sowie auch besserer Akzeptanz und somit höheren Fahrgastzahlen (und auch höher ansetzbaren Ticketpreisen) führen.


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