Abschaffung des Sparpreis-Zusatz war ein Fehler (Fahrkarten, Angebote und Tarife)

agw @, NRW, Mittwoch, 05. Dezember 2018, 21:14 (vor 10 Tagen) @ musicus

Hätte die DB etwas mehr Selbstbewusst sein, würde sie analog zum alten Sparpreis-Zusatz einen Aufpreis zum Flexpreis am gleichen Tag anbieten, ohne Stornogebühr und ohne Bordpreis für alle Sparpreisarten.

Das ist doch Quatsch.

Nö, das ist so wie ich schreibe.

Mit dem Verkauf des SSP/SP x Wochen vorher hat man schon die wichtigsten Dinge erreicht: 1) Man hat das Geld des Kunden (durch Rabatte gelockt) 2) der Kunde hat sich finanziell mehr oder weniger auf die DB festgelegt und 3) man hat großen Rabatt nur mit Zugbindung hergegeben.

Es fehlen: 4) die Chance die Kohle, ggf. auch ohne Gegenleistung erbringen zu müssen, behalten zu können,

Der Zug fährt ja eh, das bringt also nichts.

sowie 5) die Chance, dass die Reiseplanung nicht eingehalten werden kann und der Kunde im Falle einer Änderung diese natürlich nicht sanktionslos erhält.

Das meine ich mit Selbstbewusstsein. Man denkt, dass man das Geld des Kunden nicht durch die eigene Leistung bekommt, sondern nur doch "Sanktionen", wie du treffend sagst. Da muss man schon ziemlich tief gefallen sein.


Die Umdisposition von zuggebundenem SP auf FP läuft der Rabattierung qua Zugbindung nebst Vorkaufsfrist eklatant zuwider - das darf nie und nimmer mit demselben Betrag wie der Flexpreis zu Buche schlagen, sofern man nicht die Produktdiversifizierung sehenden Auges unterlaufen will.

Nein, da wird gar nichts unterlaufen. Das ist ja der Witz. Den Rabatt gibt es nur mit Zugbindung, auch bei meinem System. Die Vorverkaufs"frist" hat nur den Sinn, den Kunden früh für die Fahrt zu binden. Das ist der Fall ab Datum des Kaufes des Sparpreises. Das einzige, was man mit den "Sanktionen" erreicht ist, dass der Kunde dann möglicherweise die Fahrt doch nicht mit der Bahn macht und die Differenz zum Flexpreis flöten geht und der Kunde beim nächsten Mal gar nicht erst den Sparpreis kauft. Ebenfalls ein verlorener Kunde.

Die SP können ohnehin niemals so kalkuliert sein, dass sie der Quersubventionierung nicht dringend bedürften.

Ich glaube deine "Quersubventionierung" durch "Sanktionen" spielt in der Kalkulation keine Rolle. Warum auch.

Kann man jetzt den Kunden (warum auch immer) noch die Differenz zum Flexpreis abjagen, ist das eigentlich Win-Win.

Nur win: Für den SP-Kunden, der de facto einen Flexpreis mit massiver Sparoption in der Tasche hat. Planbarkeit und Steuerung von Auslastung qua SP wird damit endgültig unmöglich und schultern müssen es EVU und die nicht-SP-Fahrer.

Nö, weder noch. Der Flexpreis ändert sich nicht im Preis. Beim Flexpreis kann er nichts sparen. Er kann nur sparen, wenn er den der Auslastungssteuerung entsprechenden Zug nimmt, was aber bei jedem Sparpreis der Fall ist. Der Anreiz bleibt also.
Und da es auch jetzt Flexpreise gibt (z.B. im Zug Bordpreise), hast du auch keinen Unterschied zur "Planbarkeit". Die Unmöglichkeit kommt ja durch die BC100 und die BC50 mit Flexpreis. Die bleibt aber hier völlig unberührt.
Im Gegensatz zum reinen Flexpreisfahrer hättest du in meinem System aber noch zumindest den Tag der Reise durch den Sparpreis festgelegt. Das will ja auch die DB mit dem dynamischen Flexpreis. Die DB ist da also ganz auf meiner Linie.

Man hat NOCH mehr Geld vom Kunden

...also im Einzelfall immerhin keine rote Zahl. Und "noch mehr" impliziert ja, dass es vorher schon "viel" war, was mitnichten zutrifft.

Sparpreise für über 200 Euro werden angeboten und verkauft. Was ist für dich "viel"?

und der Flexpreis ist (gerade ohne BC50) ja schon ansich eine Strafe.

Eine subjektive und oberflächliche Interpretation.

Auch hier: Was ist für dich viel? Bis 150 Euro für den 2.Klasse Flexpreis? Bis 250 Euro für die 1.Klasse? Nicht viel?

Und selbst in dieser Situation macht man den Kunden noch glücklich

Gewagte These.

Wie wäre es mit "glücklich_er" als im Zweifel 250 Euro mehr zu zahlen?

weil er sein altes Ticket nicht einfach in die Tonne kloppen muss.

...mit SP-Zusatz ebensowenig. Dessen Abschaffung war für die Kundenzufriedenheit in der Tat kontraproduktiv.

Richtig. Mein Vorschlag war als Verbesserung zum abgeschafften Sparpreis-Zusatz gedacht.


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