Man lebt nicht im Vakuum (Allgemeines Forum)

Colaholiker @, Frankfurt / Hildesheim, Dienstag, 04. Dezember 2018, 13:47 (vor 9 Tagen) @ Alphorn (CH)

Ungesundes Essen hat - genau wie Nichtanschnallen oder Drogen - soziale Kosten. Die Allgemeinheit muss für häufigere und teurere Krankenhausaufenthalte aufkommen und mit höherer Wahrscheinlichkeit Sozialhilfe bezahlen.

M-hm. Ich esse gerne Burger, ich trinke gerne Cola. Daher beziehe ich Sozialhilfe? Interessante Argumentation. Mag sein, daß ich irgendwann mal krank werde. Genauso können aber auch Extremsportler langwierige Krankenhausaufenthalte haben, die der Allgemeinheit aufgebürdet werden. Heute Freeclimber, morgen vom Hals abwärts querschnittsgelähmt. Wer hat gesünder gelebt? Wer kostet die Allgemeinheit mehr Geld?
Genauso besteht mit genug Fastood die Chance, sozialverträglich frühabzuleben, womit man die Rentenkasse sogar entlastet.

Aber einer Sache sei Dir Gewiß, Sozialhilfe beziehe ich garantiert nicht. Dafür gehöre ich zu denen, die kräftig in die Krankenversicherung einzahlen (für den Ausstieg aus der gesetzlichen langt es halt dann doch gerade nicht), mehr als einmal im Jahr zum Hausarzt um mir nen gelben Schein zu holen und einmal, vielleicht zweimal im Jahr zum Zahnarzt zur Kontrolle, mehr Leistung nehme ich da nicht in Anspruch. Ich zahle also in den Krankenversicherungstopf netto ein. Ebenso in die anderen Sozialversicherungen, aus denen ich bisher keinerlei Leistungen entnommen habe, aber seit vielen Jahren einzahle.

Mein Vorteil ist, daß es nur wenig ernährungsbedingte Erkankungen gibt, die dafür sorgen könnten, daß ich meinen Job nicht mehr machen könnte. Von daher sehe ich das ausgesprochen entspannt. Sofern der Herzinfarkt mich nicht dahinrafft, kann ich nach der Genesung wieder hier am Schreibtisch sitzen und mit Dir diskutieren. ;-)

Da es aber letztlich nicht verifizierbar ist, kann sich hier jeder die Zahlen so schönrechnen, wie sie ihm in die Argumentationskette passen.

Daher ist es legitim, dass die Allgemeinheit versucht, gegen solches Verhalten vorzugehen.

Wenn die Allgemeinheit aber gegen andere Kosten, die ihnen ungefragt aufgebürdet werden, vorgeht, wird sie gleich als Pack diffamiert. Aber ich möchte hier keine politische Debatte anzetteln, die nichts damit zu tun hat. Dennoch geht mein Geld derzeit für Dinge drauf, die ich für falsch halte.

Weniger brisantes Beispiel: Ich muß auch mit meinen Rundfunkgebühren für irgenwdelche Volksmusik-Galas aufkommen, die ich mir nicht mal unter Zwang anschauen würde. Oder für die Sportschau, die für mich ebenso uninteressant ist. Wenigstens sind die teuren Fußballgladiatoren jetzt ins Pay-TV abgewandert, daß die, die es sehen wollen, selbst dafür aufkommen müssen.

Aber so ist das eben, an manchen Dingen muß man sich finanziell beteiligen, ob man will oder nicht. Ob das gut oder schlecht ist, sei dahingestellt.

Mit noch ne Cola einschenkende Grüße
der Colaholiker

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