Gegenrede (Allgemeines Forum)

RenateMD @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 11:39 (vor 10 Tagen) @ markw
bearbeitet von RenateMD, Sonntag, 02. Dezember 2018, 11:42

Ich muss mal hier eine Lanze für die "Gewerkschaft mit mangelndem Einigungswillen" brechen. Ich als betroffener Bahnkunde fand die Streiks immer unterstützenswert. Ich finde es wichtig, dass diejenigen, die diese für mich und viele andere wichtige Dienstleistung helfen zu erbringen ordentliche Arbeitsbedingungen haben und ordentlich bezahlt werden. Zu einer Einigung gehören immer mindestens zwei Seiten.

Tut mir Leid, aber da kann ich überhaupt nicht mitgehen aus folgenden Gründen:

- welche erhöhten Anforderungen/gestiegene Inflation/"Überstunden" rechtfertigen eine regelmäßige Forderung (alle 2 Jahre?) nach einer Lohnerhöhung von mehr als 7%? Es ist ja nicht so, dass man mit der Forderung reingeht, um am Ende bei 3% rauszukommen, nein, es werden eher 5% werden.
- auf wessen Kosten wird gestreikt? Auf die der "kleinen" Leute, die nicht mal eben auf Flieger/Auto umbuchen können. Da hat die Gewerkschaft ja super verstanden, aus welchem Klientel ihre Mitglieder kommen.
- welche andere Berufsgruppe hat eine vergleichbare Macht, außer Piloten? Hier wird schamlos ausgenutzt, dass wochenlanger Streik zu Stillstand in Deutschland führt.
- wer darf am Ende die Lohnerhöhung zahlen? Lutz nicht, Pofalla nicht, sondern du, markw, und ich und all die anderen Bahnfahrer.
- wie wenig Verständnis für die aktuelle Lage kann man haben? Ist der Gewerkschaft bewusst, dass sie ein Ergebnis ausgehandelt hat, das signifikant zum aktuellen Personalmangel beiträgt? Ich sag nur gleiches Gehalt bei weniger Arbeit. Der Fachkräftemangel scheint von Weselsky nur dann erwähnt werden, wenn es ihm was nützt.
- werden junge Menschen nicht mehr Lokführer wegen dem Gehalt oder wegen der lange propagierten Aussicht der DB in Form von Grube, den Beruf Lokführer werde es in einigen Jahren nicht mehr geben? Da helfen Gehaltssteigerungen weniger.

Diese Aussagen sollen im Übrigen keine Geringschätzung gegenüber Mitarbeitern ausdrücken. Ich schätze deren Arbeit sehr, aber die andere Seite der Medaille von Forderungen bei Verhandlungen von Tarifen werden m.M.n. häufig zu sehr ausgeblendet.


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