So einfach ist das nicht. (Allgemeines Forum)

markw @, Sonntag, 02. Dezember 2018, 09:49 (vor 11 Tagen) @ Power132

Wir hatten ja am letzten Montag einen Warnstreik bei den ÖBB. Heute nun die Nachricht, dass man sich geeinigt hat. Die ÖBBler bekommen ab 01.07.18 3,4% mehr Lohn/Gehalt.

Da muss man nicht ewig streiken und keinen Verhandlungswillen zeigen...

Ich muss mal hier eine Lanze für die "Gewerkschaft mit mangelndem Einigungswillen" brechen. Ich als betroffener Bahnkunde fand die Streiks immer unterstützenswert. Ich finde es wichtig, dass diejenigen, die diese für mich und viele andere wichtige Dienstleistung helfen zu erbringen ordentliche Arbeitsbedingungen haben und ordentlich bezahlt werden. Zu einer Einigung gehören immer mindestens zwei Seiten.
Ich kann mich sehr gut erinnern, dass einst der Verhandlungsführer der so super verhandlungswilligen Gewerkschaft kurz danach Personalvorstand der DB wurde. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
Ich kann mich auch sehr gut daran erinnern, dass die DB ihrerseits eine Anwaltskanzlei engagiert hat, die dafür bekannt ist, Unionbusting zu betreiben. Sprich die DB war sehr wenig bis gar nichts bereit zu geben, aber hat es durch eine geschickte Medientatik und mit Hilfe schlecht rechercherchierender Journalist*innen die Gewerkschaft schlecht dastehen zu lassen. Die Details werden andere sich besser erinnern als ich. Aber was ich noch erinnere, dass es nicht nur ums Geld sondern auch um die generellen Arbeitsbedingungen (Überstunden) und die Ausbildung zusätzlicher Lokführer*innen ging. Wenn wir uns jetzt schauen, was die Themen sind, die bei Problemen im Bahnbetrieb immer wieder auftauchen, dann ist das neben der maroden Infrastruktur, der Mangel an Lokführer*innen. Hier hat die Gewerkschaft offensichtlich recht gehabt. Aber da haben wohl einige Bahnvorstände lieber sich hohe Prämien ausgezahlt, statt sich um die Probleme des Betriebs zu kümmern und ordentliche Arbeitsbedingungen zu kümmern. Die Bahnvorstände scheinen mir persönlich das größere Problem zu sein als streikfreundige Gewerkschaften.


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