politischer Wille zu Umfahrungen (Allgemeines Forum)

bendo, Donnerstag, 08. November 2018, 15:17 (vor 8 Tagen) @ ffz

Man kann vom Verkehr her Frankreich und Italien nicht mit Deutschland vrgleichen, weil die Länder völlig unterschiedlich besiedelt und verwaltet werden. In Italien liegen alle wichtigwen Städte an einem großen "T" von Venedig bis Turin und von Mailand bis Neapel. In Frankreich ist der TGV Verkerh sehr stark auf Paris/Ile de France aus gerichtet.

dass die Städte so liegen wie sie sind, möchte ich gar nicht anprangern. Ein großes Netz aus Schienenautobahnen, das alle Metropolen verknüpft, ist in D tatsächlich schwer realisierbar. Dieses Argument trifft allerdings nicht auf die konkrete Strecke Köln-F-Stuttgart-München zu. Bypässe um die Städte Frankfurt, Mannheim, ggf. S, Ulm, Augsburg wären ohne weiteres möglich gewesen. Der alleinige Grund in D ist, dass die (kleinstaatliche) Politik das nicht will. Mit jeweils Anbindungen an die genannten Städte und/oder ein FV-Halt "auf der grünen Wiese" wäre die genannte Achse Köln-München höchst effizient. Bei den Straßenautobahnen funktioniert das Konzept ja auch: Niemand muss auf der PkW-Fahrt von Köln nach München durch S, Ulm, Augsburg hindurchfahren...

Frankreich und Italien haben keine wirklichen Taktfahrpläne im Fernverkehr es wird mehr Bedarfsorientiert gefahren und keine Umsteigeknoten. Nicht umsonst ist der Modal-Split in Frankreich und Italien beim Fernverkehr sehr viel schlechter wie in Deutschland. Die Autobahnen in Italien und Frankreich werden immer besser und das Netz dichter, dazu die Fernbusse von Flixbus, das merkt man in beiden Ländern sehr stark, während man es in Deutschland kaum bis gar nicht merkt. Die SNCF ist gerade dabei bis 2020 1/3 der heutigen TGV Verbindungen zu streichen um sich insgesamt wirtschaftlicher auf zu stellen, der TGV Verkehr ist bei der SNCF der größte Verlustbringer. Wenn man die Fahrpläne im TGV-Verkehr von diesem und nächsten Jahr vergleicht sieht man die ersten Auswirkunegn, man muss nur mal das Angebot der LGV Rhin-Rhone in 2018 und 2019 miteinander vergleichen, oder das Angebot der LGV Nord. In Iatalien funktioniert der Hochgeschwindigekitsverkehr nur noch, weil das für Trenitalia Prestige ist und man die großen Metropolen miteinander verbindet.

Auch das ist eine Frage von (Kosten)Politik: Wird alles nach rein wirtschaftlichen Argumenten betrieben, wird sich zu guter letzt ein Verkehrsträger als der "bessere" herausstellen und der andere könnte abgeschafft werden. Wenn die Gesellschaft/Politik allerdings möchte, dass ein bestimmter Verkehrsträger stärker genutzt wird (z.B. aus umweltpolitischen Gründen), muss dieser Verkehrsträger attraktiver sein als der andere. Für Deutschland würde das bedeuten: Der Straßenverkehr ist zu günstig, der Schienenverkehr ist zu teuer.

Gruß, bendo


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