Sichtweise EVU (Allgemeines Forum)

sflori @, Freitag, 12. Oktober 2018, 08:00 (vor 257 Tagen) @ BahnCard75
bearbeitet von sflori, Freitag, 12. Oktober 2018, 08:04

Gerade gehört: https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.fahrgastrechte-entschaedigung-ab-zwei-stu...

Es gibt halt immer mehrere Seiten.

Als Fahrgast:
Geil, Zug zu spät - ich krieg mein Geld zurück. Wenn mans sportlich sieht, freut man sich. Wenn ein wichtiger Termin futsch ist, ist die Erstattung oft gar nicht mal so relevant.

Als EVU:
Was sind denn die Ursachen? Ich tippe mal, dass die größten Batzen Fahrzeugdefekte und Netzdefekte sind. Beides ist nicht einfach zu beheben, sondern erfordert Unsummen an Investitionen. Und dauert. Also erhöhe ich erstmal die Preise, damit ich a) die höheren FGR bedienen kann und b) künftig bessere Leistung bieten kann. Als c) würde ich noch die Fahrpläne strecken und Reserven einbauen. Fährt man halt noch ne Viertelstunde länger nach Berlin.

Mein Fazit:

Wichtig ist, dass ich bei Zugausfall ans Ziel komme, egal mit welchem EVU, egal mit welcher Produktkategorie. "Nicht Nightjet nutzen", "nicht ICE nutzen", "kein durchgehender Fahrschein" usw. gehört abgeschafft. Und ohne, dass ich in Vorleistung gehen muss.

100 % Erstattung halte ich dagegen für nicht zielführend. Das muss schließlich alles refinanziert werden, weil die zugrunde liegenden Ursachen nicht kurzfristig oder mittelfristig lösbar sind. Das braucht Jahre oder Jahrzehnte. Insbesondere für kleine EVUs kann das sogar ein Hemmnis für den Markteinstieg sein, weil enorme Rücklagen für Zugausfälle gebildet werden müssen.

Auch bei echter höherer Gewalt, also z.B. Großschadenslagen halte ich eine Entschädigung nicht für angemessen. Dazu zählen für mich ausdrücklich keine Streiks.


Bye. Flo.


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