Schweizer Bahnen werden nicht kaputt gespart (Allgemeines Forum)

ffz, Sonntag, 16. September 2018, 15:36 (vor 4 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo ffz,

Hallo Oscar,

Die Länder in denen der Schienenverkehr gut funktioniert investieren sehr viel Geld in das Schienennetz.


Dabei sind die Netzinvestitionen sehr unterschiedlich:
1. Instandhaltung
2. Ausbau
3. Neubau

Bei Instandhaltung spürt man als Fahrgast sofort die Investitionen. Bei Neubau ist das erst nach vielen Jahren.

Das kann man so nicht sagen, das kommt auf die Art des Neubaus an, wenn der Neubau/Asbau, nur ein 2. Gleis ist spürt man das sofort.

Die Schweiz arbeitet zB immer in 5-Jahres Schritten, da gibt es dann einen STEP und der wird dann ausgeplant und daran die Aus- und Neubauten definiert und abgearbeitet. Der Unterschied ist, dass die Schweiz erst ein Fahrplankonzept macht und darüber die notwendigen Aus- und Neubauten definiert. Was man in Deutschland mit dem Deutschlandtakt jetzt auch Erstmals macht. Alle Neubauprojekte die aktuell in der Planung bzw in der Planfeststellung sind werden hinsichtlich, Höchstgeschwindigkeit, Lage und Fahrzeit auf das Konzept Deutschlandtakt ausgerichtet, zB auch die SFS RheinMain-RheinNeckar.

S.i.w. haben sowohl Schweden als UK grosse Vorhaben mit Rennbahnen. Bei UK handelt es sich um HighSpeed2 und über Schweden berichtete ich schon eher.

Highspeed2 in UK wird im PPP gebaut und finanziert, da fließt kein Staatsgeld rein, sondern Privatkapital und der Investor muss die STrecke 30 Jahre instandhalten und bekommt dafür die Trasseneinnahmen, das ist bei der Highspeed1 auch schon so, die Highspeed1 gehört einem amerikanischen Rentenfonds.

Bei uns ist die wichtigste Investition am besten zu bezeichnen mit PHS ("Programma Hoogfrequent Spoorvervoer"). Dazu gehört auch der 10-Minutentakt "IC" auf meiner aktuellen Stammstrecke Eindhoven-Amsterdam.

Spanien ist außerhalb des HGV sehr schlecht im Schienenverkehr...


Relativ gut sind noch die Cercanias rundum Madrid und die Rodalies rundum Barcelona. Das entspricht etwa S-Bahn.
Die spanischen Verkehre sind doch vor allem Madrid vs. die mediterrane Städtereihe (Barcelona-Valencia-Murcia-Malaga-Sevilla). Zweiträngig sind eher Städte wie Zaragoza, Lleida, La Coruña/Vigo, Gijon/Oviedo oder Valladolid. Ein Quer-Durchs-Land-Verkehr so wie in Deutschland gibt es nicht wirklich.

...Frankreich ist außerhalb des TGV Verkehres und der Region Grand Est ganz übel, wenn da 4 mal am Tag ein Nahverkehrszug fährt ist das schon eine sehr gute Anbindung...


Vor einigen Jahren gab es so eine Charmeoffensive namens "cadencement". Auf vorhandener Infrastruktur sollen die Fahrpläne besser merkbar werden. Aber angeblich wurden nur die Fahrzeiten auf der gleichen Minute gestellt und das Angebot nicht verbessert...?

Nicht nur angeblich, sondern es wurde der Fahrplan nicht verdichtet. Bereits jetzt ist klar, dass ab Dezember 2018 wieder 8 Strecken auf dauerhaften SEV umgestellt werden in der Picardie, der Normandie, Rhone-Alpes und Moselle wegen Baumängeln und weil die Züge leer sind.


Und bzgl. TGV: es gibt immer noch reichlich Städte und Regionen wo man den TGV vergeblich sucht. Vor allem zwischen Lyon und Bordeaux, z.B. Clermont-Ferrand. Zwar kommt der TGV in Limoges, aber ohne eine Rennbahn zu benutzen.

Italien ist im Nahverkehr auch je nach Region sehr schlecht und gerade auf den Privatbahnen sehr altes Fahrzeugmaterial.


Also die Privatbahnen fahren s.i.w. noch mit neuen Triebwagen, z.B. die in Südtirol.

Ich kenne in Südtirol keine Privatbahn, Trenord gehört überwiegend Trenitalia und SAD gehörte sehr lange der autonomen Provinz Südtirol und heute den Gemeinden in Südtirol. Fahr mal mit der Circumvesuviana, der Circumaetnea, der Ferrovie della Sardegna,... da sind sehr häufig alte bis sehr alte Fahrzeuge zu finden...

gruß,

Oscar (NL).

gruß
ffz


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