Schweizer Bahnen werden nicht kaputt gespart (Allgemeines Forum)

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Freitag, 14. September 2018, 16:20 (vor 61 Tagen) @ ffz

Hallo ffz,

(rail investment per capita)

Schweiz 378€
Österreich: 198 €
Schweden: 170€
Großbritannien: 151€
Dänemark: 136€
Niederlande: 133€
Italien: 68€
Deutschland: 64€
Frankreich: 37€
Spanien: 36€

Bei unseren 133 Euro pro Einwohner stellt Fahrgastverbund Rover allerdings die Frage, ob diese Menge ausreicht. Und Rover steht da nicht alleine. Ich berichtete schon eher.

Die Länder in denen der Schienenverkehr gut funktioniert investieren sehr viel Geld in das Schienennetz.

Dabei sind die Netzinvestitionen sehr unterschiedlich:
1. Instandhaltung
2. Ausbau
3. Neubau

Bei Instandhaltung spürt man als Fahrgast sofort die Investitionen. Bei Neubau ist das erst nach vielen Jahren.
S.i.w. haben sowohl Schweden als UK grosse Vorhaben mit Rennbahnen. Bei UK handelt es sich um HighSpeed2 und über Schweden berichtete ich schon eher.
Bei uns ist die wichtigste Investition am besten zu bezeichnen mit PHS ("Programma Hoogfrequent Spoorvervoer"). Dazu gehört auch der 10-Minutentakt "IC" auf meiner aktuellen Stammstrecke Eindhoven-Amsterdam.

Spanien ist außerhalb des HGV sehr schlecht im Schienenverkehr...

Relativ gut sind noch die Cercanias rundum Madrid und die Rodalies rundum Barcelona. Das entspricht etwa S-Bahn.
Die spanischen Verkehre sind doch vor allem Madrid vs. die mediterrane Städtereihe (Barcelona-Valencia-Murcia-Malaga-Sevilla). Zweiträngig sind eher Städte wie Zaragoza, Lleida, La Coruña/Vigo, Gijon/Oviedo oder Valladolid. Ein Quer-Durchs-Land-Verkehr so wie in Deutschland gibt es nicht wirklich.

...Frankreich ist außerhalb des TGV Verkehres und der Region Grand Est ganz übel, wenn da 4 mal am Tag ein Nahverkehrszug fährt ist das schon eine sehr gute Anbindung...

Vor einigen Jahren gab es so eine Charmeoffensive namens "cadencement". Auf vorhandener Infrastruktur sollen die Fahrpläne besser merkbar werden. Aber angeblich wurden nur die Fahrzeiten auf der gleichen Minute gestellt und das Angebot nicht verbessert...?

Und bzgl. TGV: es gibt immer noch reichlich Städte und Regionen wo man den TGV vergeblich sucht. Vor allem zwischen Lyon und Bordeaux, z.B. Clermont-Ferrand. Zwar kommt der TGV in Limoges, aber ohne eine Rennbahn zu benutzen.

Italien ist im Nahverkehr auch je nach Region sehr schlecht und gerade auf den Privatbahnen sehr altes Fahrzeugmaterial.

Also die Privatbahnen fahren s.i.w. noch mit neuen Triebwagen, z.B. die in Südtirol.
Es sind eher die Regiozüge von Trenitalia die zum Teil ziemlich alt sind. Zwar sind die FS-E464 relativ neu, aber das Wagenmaterial hinter diesen "Halbloks" mutet sehr nach n-Wagen an (dafür sind die Wagen dann aber klimatisiert).
In Erinnerung sind auch die FS-ALn.668. Für mich als Bahnfan sind das ganz tolle Dieseltriebwagen; die stammen aus 1952, über 4 Dekaden hin wurden fast 800 Stück gebaut. Dieses Dieselgeknatter, Eisenbahnfeeling pur.
Aber qua Wirtschaftlichkeit können die längst nicht mehr mit einem Minuetto mithalten.


gruß,

Oscar (NL).

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