Vielleicht weil der ÖPNV /Bahn in der Schweiz funktioniert? (Allgemeines Forum)

ThomasK, Freitag, 14. September 2018, 10:58 (vor 65 Tagen) @ JumpUp
bearbeitet von ThomasK, Freitag, 14. September 2018, 11:00

Deinen Ausführungen kann ich zustimmen.

Ich war letzte und vorletzte Woche wieder einmal in der Schweiz und muss sagen, dass - im Gegensatz zu Deutschland - wieder einmal alles tadellos funktioniert hat.

Vor allem plant man in der Schweiz - im Gegensatz zu Deutschland - die notwendige Redundanz gleich mit ein. Das bezieht sich auf die Gleisanlagen, die Fahrzeuge und den Fahrplan gleichermaßen.

Wird ein Projekt als notwendig erachtet, dann wird es in den Ausbauplan Step aufgenommen und durchfinanziert, im Gegensatz zu Deutschland, wo der Bundesverkehrswegeplan als unverbindliche lächerliche Wünsch-dir-was-Liste angesehen werden kann.

Da werden dann zusammenhanglos Projekte nach politischen und nicht eisenbahntechnischen bzw. verkehrlichen Gründen ausgewählt. Das Beispiel der Y-Trasse in Niedersachsen, die die Grünen dadurch abgesägt haben, indem sie irgendwelche Pappnasen, die weder etwas von der Eisenbahn noch von der Verkehrsplanung verstehen, Vorschläge machen ließen, spricht Bände. Das wäre ungefähr so, wie wenn man Kinder eines Kindergartens darüber abstimmen ließe, welcher Professor auf welchen Lehrstuhl berufen werden soll.

In Zermatt konnte ich mich nicht nur sehr gut über den Bau der 3S-Bahn informieren, sondern auch über die GGB, wo durch die Beschaffung von 5 neuen schnelleren DT ab Sommerfahrplan 2021 der derzeitige 24-Minuten-Takt durch einen 20-Minuten-Takt ersetzt werden wird.

Sehr schön wurde aufgezeigt, dass der Kundennutzen durch die neuen Fahrzeuge höher ist, als wenn man den Bereich zwischen Riffelboden und der Galerie Riffelberg zweigleisig ausgebaut hätte, womit man auch mit den älteren Fahrzeugen den gewünschten 20-Minuten-Takt hätte erzielen können. Sehr gut wurde das Planungsdreieck, welches die Abhängigkeit zwischen Fahrplan, Fahrzeugen und Infrastruktur aufzeigt, beachtet.

Ganz anders Deutschland. Keine intelligente Planung; im Wesentlichen zusammenhangloses Stückwerk. Der Kundennutzen spielt fast gar keine Rolle. Aber: In der Marktwirtschaft bestimmt der Kunde die Qualitätsstandards und nicht der Anbieter. Der grandiose Murks mit dem IC 2, wo die Deutsche Bahn die Kunden mit einem Regionalexpress, der als Fernverkehrszug verkauft werden soll, nach Strich und Faden verarscht, spricht Bände.

Grundsätzlich gilt die Regel: Die Planungsfehler von heute sind die Betriebsstörungen von morgen.

Kein Wunder, dass es mit der Deutschen Bahn immer weiter bergab geht. Da helfen auch keine Brandbriefe in einem inkompetenten Hühnerhaufen.

Was helfen würde: Beachtung des Planungsdreiecks, eine abgestimmte fundierte Planung, Berücksichtigung der Kundeninteressen, Umstellung auf eine Grenzkostenrechnung, Einbau der notwendigen Redundanz und eine Verkehrspolitik, die vorausschauend die Bahn unterstützt.

Eine total unfähige Bundeskanzlerin, die noch nicht einmal in der Lage ist, den Dieselskandal zu bewältigen und noch nicht einmal den Charakter hat, die Autoindustrie für ihre Betrügereien zu bestrafen und die Autoindustrie zu verpflichten, auf ihre Kosten die Hardwareeinbauten für ca. 2500 € pro Diesel-PKW durchzuführen und stattdessen die Bevölkerung mit inhaltsleeren warmen Worten, die keiner hören will, beglückt, zeigt, dass unter dieser unfähigen Bundesregierung KEINE Kurskorrektur in der Verkehrspolitik zu erwarten ist.


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