München Hbf - kurze Frage zur tariflichen Gleichstellung (Fahrkarten, Angebote und Tarife)

Dr. Bahn, Donnerstag, 13. September 2018, 15:52 (vor 8 Tagen) @ john.lennon

Sieht mir daher nach einem Bug aus.

It's not a bug, it's a feature!

1. Die Stadtnamen in Großbuchstaben in HAFAS ("BERLIN") haben mit den Sammelbezeichnungen für gleichgestellte Bahnhöfe auf den Fahrkarten nix zu tun. Die sind nämlich auch mal kleingeschrieben, wie z.B. auf Onleine-Tickets...

Die Stadtnamen in Großbuchstaben sind Platzhalter für "ein beliebiger passender Bahnhof in $STADT" - wobei "beliebig" wohl nicht jeder ist, sondern m.W. nur "sinnvolle" Zielbahnhöfe.

Einen passenden Anwendungsfall zu produzieren fällt in Deutschland mittlerweile schwer (hier gerne Ideen von Euch einfügen), ist im Ausland aber häufig. Klassisches Beispiel: Paris. Die Suche der SNCF z.B. bietet für die Eingabe "Paris" diverse Zielbahnhöfe in Paris an und auch "Paris (toutes gares intramuros)". (Für Berliner Verhältnisse hieße das "Alle Bahnhöfe innerhalb des S-Bahn-Rings"...)

Die Suche wählt dann je nach Verbindung einen passenden Zielbahnhof aus und stellt die Fahrkarte auch dorthin aus.

Wer's bei HAFAS ausprobieren will, sucht von "Siegburg/Bonn" nach "PARIS" und nach "Paris Nord" und nach "Paris Est" - die Ergebnisse sind unterschiedlich.

2. Die Sammelbezeichnung der tariflich gleichgestellten Bahnhöfe wird vom System automatisch dann auf die Fahrkarte geschrieben, wenn die definierte Mindestentfernung überschritten wird und der eingegebene Zielbahnhof ein tariflich gleichgestellter Bahnhof ist. (Unabhängig von der Eingabe in der Suche.)

Dies gilt aktuell definitiv auch für Sparpreisfahrkarten. Den Super-verkauf-mich-für-dumm-und-versteck-die-Preiserhöhung und-das-wo-die-Leistung-derzeit-unter-aller-Sau-ist-Sparpreis habe ich bisher noch nicht gekauft, daher kann ich es nicht 100% sagen, tippe aber auf "ja", denn beim Vorläufer "Sparpreis Aktion" und selbst beim "Maxdome"-Ticket war es so. Aber Achtung: Meiner Meinung nach ist trotz der tariflichen Gleichstellung dem Wortlaut der BefBed nach eine vorhandene Zugbindung zu beachten!
(Caveat: Zu dieser Meinung mag es abweichende geben, meine ist aber die zur sicheren Seite hin... ;-) Problem ist, dass die tarifliche Gleichstellung nirgendwo in den BefBed definiert wird.)

Praktisch bedeutet m.M.n. das: Steht nach dem vorgesehenen Ausstieg aus dem ICE im Berliner Hbf kein *NV mehr auf der Fahrkarte, kann auch nicht mit dem Nahverkehr weitergefahren werden. (Du könntest aber im selben ICE noch bis Ostbahnhof mitfahren, denn der Ausstiegsbahnhof ist in der Zugbindung am Ende der Reisekette nicht angegeben...)

Daher achte ich stets darauf, auch noch ein Stück Nahverkehr am Zielbahnhof mitzubuchen, z.B. bis Friedrichstraße, denn dann steht ein *NV drauf und ich könnte auch bis Hackescher Markt fahren. Dies kostet - denn der Fahrpreis wird stets nach dem tarifbildenden Bahnhof der Sammelbezeichnung berechnet - stets das Gleiche. Auch bei einem Sparpreis, denn dort gilt - obwohl es anders als beim Flexpreis sein könnte - das ebenso. Beim Super Sparpreis könnte es anders sein, denn dessen Genese kommt ja aus einem reinen PK-A/B-Fahrschein. Meine bisherigen Experimente mit HAFAS haben aber bisher stets das gleiche gezeigt: Hinzufügen von beliebigen NV-Anteilen innerhalb tariflich gleichgestellter Bahnhöfe ändert am Preis nichts, auch nicht bei einem 14,90-EUR-Preis.

Wenn es bei Dir anders ist, wäre ich für die Angabe des konkreten Beispiels dankbar. In der Regel ist der Grund aber, dass sich durch Hinzufügen des NV-Anteils ein Reiseparameter unbemerkt ändert und das für den Preisunterschied verantwortlich ist.

HTH & VG
Dr. Bahn


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