Planungsfehler kann man nicht vertuschen (Allgemeines Forum)

ThomasK, Mittwoch, 08. August 2018, 21:48 (vor 71 Tagen) @ Southwest Chief

Träum weiter. Bislang war das gar kein Wahlkampfthema, ausserhalb Münchens weiss niemand darum.


Richtig ist, dass außerhalb des Gebiets des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes die Zweite Stammstrecke kein Wahlkampfthema ist, obwohl sie es sein sollte, da viele GFVG-Projekte auf Eis liegen und die Regionalisierungsgelder zweckentfremdet werden.

Aber es gilt die Binsenweisheit, dass Bayerische Landtagswahlen in Oberbayern gewonnen und in Oberbayern verloren werden.

Jeder Bayerische Landespolitiker weiß, dass er an Oberbayern niemals vorbeikommt, wenn er erfolgreich sein will. Auch der Franke Söder hat schon verdammt viel oberbayerische Kreide gefressen.

Oberbayern ist die Boomregion Bayerns; im Großraum München sitzen ein Viertel aller DAX-Konzerne. Das wäre politischer Selbstmord das zu ignorieren.

Auch am Ostbahnhof wackelt die gesamte Planung.


Da wackelt gar nichts.


Das werden wir noch sehen, was da am Ostbahnhof noch alles wackelt. :)

In der Hinsicht wäscht die Hand der Politiker die andere Hand. Wie immer. Amigos ist dir ein Begriff?


Hier geht es aber nicht um unwichtiges Design- oder Marketingblabla, sondern um ingenieurtechnische Sachzwänge.

Die Amigos könnten zwar analog gerne beschließen, dass die Lichtgeschwindigkeit verdoppelt wird und das der Bevölkerung als Riesenerfolg verkaufen, aber spätestens dann, wenn die Funksignale nicht stimmen, die GPS-Satelliten abstürzen und alle Berechnungen falsch sind, dann gibt´s ein Volksaufstand, weil dann auch die letzten Deppen merken, dass die mit 200 km/h mit der Schnauze auf den Prellbock geknallt sind.

Hinter den Kulissen steht den Amigos bei Stuttgart 21 der Angstschweiß auf der Stirn, weil man sich nicht traut, vor der Öffentlichkeit zuzugeben, dass der Kopfbahnhof teilweise stehen bleiben muss, da sonst der ganze Betrieb zusammenbricht.

Aber: Genauso wenig wie eine Schwangerschaft nicht ewig verheimlicht werden kann, kommt es irgendwann zur Bankrotterklärung. :)

Planungsfehler ohne Ende. Deutschland, die Bananenrepublik.

Ich gebe dir zwar recht, dass viele Wähler aus anderen Gründen am 14.10. schallende Ohrfeigen verteilen werden, aber die Zweite Stammstrecke kommt ganz sicher noch als Verstärker für die Ohrfeigenwahl dazu.

Die Zweite Stammstrecke trägt nämlich ganz erheblich dazu bei, dass viele Wähler, die 2013 SPD gewählt haben, jetzt Grün wählen werden.

Anstatt der Bayerischen Staatsregierung auf die Finger zu schauen und das Fehlplanungsprojekt ankreiden, hat die SPD, als die CSU in Erwägung zog auszusteigen, den Tieftunnel noch gepusht!


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