Danke an die Schweiz (Allgemeines Forum)

ThomasK, Mittwoch, 08. August 2018, 00:01 (vor 132 Tagen) @ MartinN

Sicher eine gute Wahl. Mit den RAbe502/Etr610 der SBB und den Stadler Flirt wird die Linie ziemlich schweizerisch.


Die Bahnstrecke Lindau - München hat die Schweiz schon immer bei weitem mehr interessiert als Deutschland. Während für die Schweiz die Strecke Lindau - München mit der 1,5-Millionenstadt München schon immer eine sehr interessante Verlängerung der Schweizer Hauptachse Genf - St. Gallen war, ist die Strecke für die Deutsche Bahn eher ein uninteressanter Wurmfortsatz.

Ohne die Hilfe der Schweiz wäre die Bahnstrecke nie ausgebaut worden.

Ich habe kein Problem damit, den gesamten Fernverkehr Lindau - München von den SBB abwickeln zu lassen. Halbtax und GA würden dann bis München Hbf gelten. Da die Strecke Lindau - München in Deutschland liegt und in Deutschland Nahverkehr und Fernverkehr getrennt betrachtet werden, hat die SBB dann selbstverständlich das Recht, die Bahncard und das Bayernticket zwischen Lindau und München nicht zu akzeptieren.

Als nächsten Schritt muss man jetzt aber die Zweigleisigkeit angehen und zwischen Geltendorf und München benötigen wir nicht nur einen viergleisigen Ausbau Grafrath - Buchenau, sondern auch die Gröbenzeller Spange nebst einem neuen Fernbahnsteig in München-Pasing mit den heutigen Gleisen 11 und 13. Das Gleis 12 wird dann aufgelassen und auf Gleis 12 würde dann der neue Fernbahnsteig errichtet.

Dann stehen für die Züge Richtung Augsburg und Buchloe 4 Bahnsteigkanten zur Verfügung und von Gleis 3/4 können dann endlich alle Züge ins Werdenfels ungestört abfahren. Alle Fernzüge Richtung Buchloe fahren dann bis Gröbenzell auf den Augsburger Ferngleisen und zweigen dann über die mit 130 - 160 km/h trassierte Gröbenzeller Spange ab und münden zwischen Eichenau und Fürstenfeldbruck in die Bestandsstrecke wieder ein. Der kritische Bereich zwischen km 18,6 und km 26 am Kloster Fürstenfeld und bei der Amperüberquerung bliebe dann zweigleisig. Zwischen Buchenau und Grafrath würde dann de Strecke auf 6 km Länge mitten im Wald viergleisig und ab Grafrath bis Geltendorf wieder zweigleisig. Dann kann die S-Bahn bis Grafrath alle 10 Minuten fahren und der Fernverkehr hat zudem 6 Trassen pro Stunde und Richtung zur Verfügung. Grundsätzlich könnte man dann zwischen Buchloe und München Hbf die EC-Züge aus der Schweiz alle 30 Minuten fahren.

Läge München in der Schweiz, dann würde die SBB zwischen Zürich HB und München Hbf im Fernverkehr wahrscheinlich alle halbe Stunde fahren und die schweizerische IC-Linie aus Genf bis nach München Hbf verlängert werden.

Ich habe die Statistik jetzt nicht genau im Kopf, aber der schweizerische Tourismus in München boomt und wächst von Jahr zu Jahr. Zu mehreren Millionen schweizerischen Tagesgästen in München kommen ungefähr noch eine halbe Million Übernachtungen von Schweizern in München.

Wenn ich durch die Münchner Fußgängerzone gehe, dann höre ich auch gefühlt immer mehr Schweizerdeutsch.

Eigentlich fährt der EC Zürich HB - München Hbf nur mit 6 Wagen, aber in letzter Zeit sehe ich den EC fast immer mit 8 oder 9 Wagen in München Hbf einfahren. Auch der Aussichtswagen SBB 1. Klasse, der bei der Einfahrt in München Hbf zumeist an zweiter Stelle eingereiht ist, ist sehr gut besucht.

Mit der Reisezeitverkürzung der EC-Züge auf 3:30 Stunden zwischen Zürich HB und München Hbf wird nach meiner Einschätzung der Schweizer Tourismus in München noch deutlich anziehen.

Einige Schweizer, mit denen ich ins Gespräch kam, wollten dann mit dem Zug auch nach Garmisch-Partenkirchen fahren, um auch mit der dreifache Weltrekordseilbahn auf die Zugspitze zu fahren. Ich habe ihnen den Tipp gegeben, das Garmischer Sommer-Ticket Zugspitze zu kaufen, weil da die Bahnfahrt München Hbf - Garmisch-Partenkirchen gleich mit inkludiert ist. Witzig, wenn Schweizer nach Deutschland kommen, um Seilbahn zu fahren. :) Aber die Seilbahn Zugspitze ist ja auch ein erfolgreiches Gemeinschaftwerk von Schweiz (Garaventa), Österreich (Doppelmayr), Deutschland (Bayerische Zugspizbahn) und dem deutschsprachigen Südtirol mit den Architektenbüro aus Bozen.

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Es wird allerdings noch einen gewaltigen politischen Kraftakt bedürfen, auch die Strecke über Kempten zu elektrifizieren und die Strecke über Memmingen zweigleisig auszubauen. Beide Vorhaben wurden leider für den BVWP abgelehnt, sodass es erforderlich sein wird, da nach zu verhandeln.

Auch ist es nicht nachvollziehbar, warum man Buchloe - Geltendorf nicht gleich auf 200 km/h ausgebaut hat, denn das wäre ohne Sprungkosten machbar gewesen, zumal die Schweizer Zugkompositionen für den EC sowieso 200 km/h fahren dürfen.

Da künftig in Leutkirch für den stark wachsenden Markt auch Seilbahnen gebaut werden und der Güterzugverkehr dann zunimmt, ist das der nächste Schritt für die Zweigleisigkeit.


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Erst einmal aber ein Danke an die Schweiz, die die ausschliesslich in Deutschland liegende Strecke Lindau - München Hbf mitfinanziert.

Ich befürchte aber, dass bei unserer autofanatischen Bundesregierung erst dann die Zweigleisigkeit angepackt wird, wenn die Schweiz Druck auf Deutschland ausübt und ggf. auch eine finanzielle Beteiligung beim zweigleisigen Ausbau in Aussicht stellt.

Die Klimaerwärmung geht unserer Bundesregierung völlig am A... vorbei.


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