Konkurrenz ist gut, vernichtet aber gut bezahlte Jobs! (Aktueller Betrieb)

Bahngenießer, Sonntag, 15. Juli 2018, 11:22 (vor 154 Tagen) @ RenateMD


Obacht, lieber Bahngenießer. Eigentlich will ich nicht die Karte der femininen Vernunft spielen, aber das Schwingen der antikapitalistischen Keule ist in diesem Zusammenhang nicht korrekt.

Abgesehen davon, dass die Bahn nicht wie behauptet seit Jahren bei den Löhnen spart, sondern vollkommen zurecht Jahr für Jahr Löhne über der Inflation eines durchschnittlichen Standard-Warenkorbs zahlt, ist der Arbeitsmarkt in Deutschland wie leergefegt. Es finden sich schlichtweg zu wenig Bewerber auf eine Anzahl offener gemeldeter Stellen im sechsstelligen Bereich.

Aktuelle Arbeitslosigkeit bzw. der Unwille den Beruf zu wechseln ist größtenteils durch Fluktuationen, Saison, Unwille oder Krankheit geprägt und hat nichts mit angeblichem „sparen“ zu tun.

Das traurige Resultat dieses Zustandes wird leider die Fokussierung auf Maschinen sein. Lieber einen autonomen Zug einsetzen, als ihn nicht fahren zu lassen (sofern die Technik das hergibt).

Liebe Grüße
Renate

Ich habe ja nicht gesagt, dass ein einzelner Arbeitgeber die Schuld trägt.

Die Vorgehensweise mit den Ausschreibungen im Bahn-Nahverkehr hat uns sehr viele Vorteile gebracht: Verhinderung weiterer Stilllegungen, Reaktivierung von Strecken, allgemein dichtere Fahrpläne, teils günstigere Fahrgeld-Tarife, teils angenehmere Fahrzeuge

Gleichzeitig muss man aber ganz klar sehen: Bahnpersonal verdient weniger als früher. Zwischen den Eisenbahnverkehrsunternehmen ist ein Wettbewerb entstanden: Wer kann die Personalkosten am geringsten halten?

Eine Lösung könnte sein: Bei den Ausschreibungen werden mehr Vorgaben gemacht zur Bezahlung der Beschäftigten, zur Gestaltung der Arbeitsverträge und zur Bereithaltung von Fahrzeug- und Personalreserven. Vielleicht könnte man auch Gemeinschaftspools bereithalten.

Und wenn es partout überhaupt nicht genug Interessenten am Triebfahrzeugführer-Beruf gibt, dann könnte man für manche Strecken, die ohnehin chronisch überlastet sind, vielleicht die Fahrplan-Takte zu bestimmten Zeiten ein wenig strecken, sofern man dafür die Zuglängen und Bahnsteiglängen erweitern kann! Aber alles bitte mit Fingerspitzengefühl!


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