Durchschnittliche Wartezeitangabe (Allgemeines Forum)

lululu @, Mittwoch, 11. Juli 2018, 21:57 (vor 5 Tagen) @ Ösi

Hallo ihr beiden,

ich schreibe die Antworten einfach mal gesammelt in einen Thread :)

Zwischen nicht autofahren dürfen und Anrecht auf eine Wertmarke haben, gibt es noch einen großen "Zwischenraum". Eine Wertmarke samt B als Merkzeichen bekommst du ab einem GdB von 70 und dem Merkzeichen G. Um den als Sehbehinderter zu bekommen, darfst du nicht mehr als etwa 10-15% eines Normalsehenden sehen oder musst erhebliche Gesichtsfeldeinschränkungen haben. Wenn du weniger als 5% siehst kriegst du die Wertmarke dann unentgeldlich (ansonsten kostet die etwas um die 80€ pro Jahr glaube ich). Für den Führerschein scheidest du glaube ich teilweise schon bei 50% Sehvermögen aus. Genau kenne ich mich da nicht aus, aber der Wert für den Führerschein liegt deutlich über dem für die Wertmarke.Also derjenige der vielleicht 20% sieht, darf keinen Führerschein machen, kann aber mit dem normalen Fahrkartenautomat nichts mehr anfangen und bekommt auch keine Wertmarke. Ab einem Sehvermögen von weniger als 30% kriegst du einen Schwerbehindertenausweis deswegen. Erst einmal aber nur mit einem GdB von 50 oder 60. Dementsprechend gibt es auch Sehbehinderte mit Schwerbehindertenausweis aber ohne Wertmarke. Die sehen dann zwar "wenig genung" um als Schwerbehindert anerkannt zu werden, aber immer noch "zu viel" um eine Wertmarke zu bekommen.


Im Reisezentrum war es bisher immer so, dass der Schalter, an dem die Blindenleitlinie endete auch der Schalter mit Induktionsschleife war und dieser dann teilweise auch etwas tiefer war. Warum man jetzt verschiedene Nummern ausgiebt weiß ich auch nicht genau. Was ich mir allerdings vorstellen kann ist, dass man nicht mehr konsequent jede Mobi-Nummer akustisch Ansagen wollte, sodass die Blinden/Sehbehinderten-Nummern schon mal getrennt wurden, um nur noch diese Nummern anzusagen. Wo man dann schon einmal dabei war hat man dann vielleicht den Gehörlosen auch gleich noch eigene Nummern spendiert. Prinzipiell kommen die aber wahrscheinlich immer noch am selben Schalter aus. Was mir bei den Blinden/Sehbehinderten-Nummern allerdings regelmäßig auffällt ist, dass die nicht zwangsweise zum Schalter mit Leitlinie gerufen werden, sondern einfach nur möglichst schnell, sobald der nächste Schalter frei ist. Habe schon mehrmals erlebt, dass ich noch nicht Zeit hatte meine Nummer aus dem Automaten zu nehmen, da wurde sie schon aufgerufen und das Reisezentrum war brechend voll.

Leitlinien umzuleiten ist - zumindest in Deutschland - meiner Erfahrung nach eher die Ausnahme. Aber wenn es gemacht wird, um so besser. Deine Beschreibung mit den Rolltreppen finde ich übrigens lustig. Irgendwie glaubt jeder Blinde können keine Rolltreppe fahren, wobei das der größte Schwachsinn ist. Eher würde man mit einer Leitlinie 500 Meter Umweg machen, als sie an einer Rolltreppe enden zu lassen. Verstehe es wer will. Rolltreppe fahren ist fester Bestandtteil eines jeden Mobilitätstrainings für Blinde und Sehbehinderte. Mit etwas Übung funktioniert das völlig problemlos.
Mich nervt es immer, wenn ich irgendeiner Leitlinie gefühlt Kilometer nachlaufe und dann irgendwann rauskriege, dass es mit einer Rolltreppe wesentlich schneller gegangen hätte. Die wurde dann aber in einem großen Bogen umlaufen.

Bzgl. des Ticketautomaten kann ich gar nichts sagen, da ich nur noch Hell/Dunkel sehe und dementsprechend keine Tickets im NV brauche.

Arbeitsplatzausstattungen bezahlt in der Regel der Kostenträger, also daran sollte es eigentlioch nicht scheitern.

So, ich hoffe alles beantwortet zu haben :)

--
Grüße

lululu


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