Türschlusszeit oder Losrollzeit publizieren? (Allgemeines Forum)

Frecciarossa, Freitag, 20. April 2018, 13:23 (vor 213 Tagen) @ Colaholiker

Das ist genau der Denkfehler der Fürsprecher dieser Regelung. Natürlich war die Dauer der Abfertigung in den Fahrplänen berücksichtigt.


Es mag Fahrpläne geben, bei denen das so ist. Ich beobachte hier jedoch gegenteiliges.

Dass bei der Fahrplanberechnung Fehler gemacht werden, hat genau nichts mit der Systematik zu tun.

Die Änderung hatte einzig und allein das Ziel, einen zusätzlichen Zeitpuffer einzuführen, ohne die fahrplanmäßigen Fahrzeiten sichtbar zu verlängern.


Auf meiner Stammstrecke ist aufgrund der Eingleisigkeit ohnehin nichts mit Fahrzeiten verlängern, weil dann die Kreuzungen noch weniger klappen als jetzt schon.
Nichtsdestotrotz schafft es mein Zug morgens nach pünktlichre Kreuzung bis zu meinem Ausstieg ein Viertel der Regelfahrzeit als Verspätung einzusammeln. (+2 auf 8 Minuten)

Das hat jetzt was womit zu tun? Oder wolltest Du mal wieder eine Deiner langweiligen Geschichten erzählen?

Was die Fahrgäste erwarten, hat natürlich mit ihrer Erfahrung zu tun.


Das Wort "Abfahrt" ist eindeutig. Kommt von "fahren". Sonst würde es "Abtürzu" heißen.

Super Argument.

Wenn jahrzehntelang mit großer Präzision zum Zeigersprung die Türen geschlossen wurden, dann empfinden die meisten Fahrgäste das als den Normalfall und alles andere als Abweichung.


Das Wort hat mit Empfindung nichts zu tun.

Super Argument.

Das Problem ist eben, dass heute niemand mehr weiß, was rechtzeitig ist. Wenn ich früher mit der S-Bahn am Hauptbahnhof angekommen bin, wusste ich mit einem Blick auf die Uhr sekundengenau, wie viel Zeit ich bis zur Abfahrt meines Zuges hatte und konnte meine Geh-/Laufgeschwindigkeit entsprechend wählen.


Heute fängt es doch schon damit an, daß die Uhr in der Anzeige am Bahnhof eine andere Zeit anzeigt als die gerade noch in der S-Bahn als die auf dem eigenen Handy als die auf der Armbanduhr.

Bahnhofsuhr = Funkuhr

Rechtzeitig heißt, daß man genug Zeit hat, sich eben diesen Gedanken gar nicht machen zu müssen.

Nicht jeder möchte seine Zeit sinnlos vertrödeln.

Wenn ich am Bahnhof ankomme (in meinem Fall mit der Straßenbahn, spielt aber keine Rolle), begebe ich mich zügig zu meinem Abfahrtsbahnsteig. Damit bin ich immer so rechtzeitig wie möglich dort. Wo ist das Problem?

Wenn die Zeit knapp ist, ist es eben blöd, wenn man einen Supersprint hinlegt, nur um festzustellen, dass die Türen heute doch 20 Sekunden später schließen, man also gar nicht so hätte rennen müssen. Und noch blöder ist, wenn man nicht ganz so schnell rennt, um dann festzustellen, dass der Schaffner heute 20 Sekunden früher abfertigt.

Heute folgt die Türschließzeit der Gaußschen Normalverteilung, das empfinde ich als Nachteil (für die Schlaumeier gebe ich zu Protokoll, dass die Türschließzeit natürlich auch früher der Normalverteilung folgte, nur eben mit einem deutlich kleineren Sigma).


Hier in der Gegend scheint es mir eher so, daß die publizierte Zeit eine Empfehlung für den frühestmöglichen Beginn der Abfertigung ist. Gerade bei den LINTs mit ihren unsäglichen Schiebetritten kann es dann nochmal ein bis zwei Minuten dauern, bis nach mehrmaligem Rein und Raus der Bleche endlich das Fahrzeug sich zum Abfahren überreden läßt.

Deine Lösung ist also, die Türen schon zwei Minuten vor Abfahrt zu schließen? Oder sollte man nicht lieber an der Zuverlässigkeit der Türschließzeit und der Präzision der Mitarbeiter arbeiten? Probleme kaschieren statt lösen?

Es ist vielleicht schwer vorstellbar, aber in den internen Fahrplänen steht mehr als im veröffentlichten.


Ist nicht schwer vorstellbar, sondern bekannt. Da ich aber Fahrgast bin, und nur das zu sehen bekomme, was veröffentlicht wird, ist es mir gelinde gesagt, vollkommen wumpe, was in irgendwelchen internen Plänen steht. Entweder man publiziert die Details oder man muß damit leben, daß die Fahrgäste sich nach dem veröffentlichten Lückentext richten.

Heute kann man sich eben nicht mehr nach dem Fahrplan richten, da die Türen früher schließen – früher war das möglich.


Bei der Einstellung, die hier an den Tag gelegt wird, nicht mehr über die Unpünktlichkeit der Züge überrascht seiende Grüße

Pünktlichkeit erreicht man mit System, nicht mit undefinierten Zeitpuffern und zufälligen Zeitpunkten.


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