Fahrzeugsicht (Allgemeines Forum)

ice-t-411 @, Mittwoch, 14. März 2018, 21:44 (vor 36 Tagen) @ Frecciarossa
bearbeitet von ice-t-411, Mittwoch, 14. März 2018, 21:45

Hallo zusammen!

Was beim Thema Bahnsteighöhen gerne vergessen wird sind die Auswirkungen auf die Fahrzeuge:

55cm:
* Einstöcker
600mm Fußbodenhöhe, über die Drehgestelle geht es nur mit aufwendigen Doppelrampen, die auch eine gewisse Stolperfalle darstellen und meistens gibt es noch eine kleine Rampe zum Einstiegsbereich. Fahrzeug mit angetriebenen Drehgestellen am Mittelwagen bzw. ohne Jakobsdrehgestelle benötigen nahezu zwingend Stufen.
Im Fernverkehr nicht wirklich barrierefrei zu machen (oder mit viel Aufwand und nur kleine Bereiche mit vielen Stufen zu angrenzenden Bereichen), weil bezüglich der Lauftechnik Raddurchmesser von über 900mm benötigt werden und damit die Übergänge über dem Drehgestell entsprechend hoch sind.
* Doppelstock:
Fußbodenhöhe Unterdeck meistens noch niedriger, d.h. Einstiegsbereich mit leichter Rampe nach unten. Stufen gibt es ohnehin an der Treppe.

76cm:
* Einstöcker
800mm Fußbodenhöhe, über den Drehgestellen kleine Rampen, auch bei Antrieb machbar, ggf. sogar ohne Jakobsdrehgestelle. Im Fernverkehr grundsätzlich barrierefrei möglich (in Deutschland aber nicht umgesetzt).
* Doppelstock
Fußbodenhöhe bleibt gleich, Rampe am Einstieg wird steiler, zusätzlich Schräge Spaltüberbrückung. Barrierefreiheit bleibt gegeben (außer Hocheinstiegswagen).

90cm:
* Einstöcker: 100% gleiche Bodenebene auch bei Antrieb. Klassisch bei S- und U-Bahnsystemen
* Doppelstock: Nur Hocheinstiegswagen, nicht barrierefrei.
Liegt teilweise im Profil für Güterverkehr...

Alles hat seine vor- und Nachteile, entweder es geht viel auf/ab im Zug oder man muss eine Stufe zum Bahnsteig in Kauf nehmen. Ich glaube 760mm sind ein ganz guter Kompromiss.

Gruß
Johannes

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Schiffbau ist Kunst - Flugzeugbau ist Wissenschaft - Elektrotechnik ist Glücksache ;)

Alle Angaben ohne Gewähr!


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