Mal was ganz neues vom Bahnchef ... (Allgemeines Forum)

Blaschke, Osnabrück, Sonntag, 11. März 2018, 10:51 (vor 105 Tagen)
bearbeitet von Blaschke, Sonntag, 11. März 2018, 10:53

Huhu.

In der BILD AM SONNTAG, von der ich in 129facher Stückzahl die Ehre des verteilen dürfens hatte (was ist das eigentlich für ein Deutsch hier? Wenn das grammatikalisch alles richtig ist, trink ich n Liter Coke extra ...), also nochmal jetzt, in der BamS gibt's ein Interview mit Bahnchef Richard Lutz.

Nun könnte man drauf hoffen, dass da interessante Dinge verkündet werden. Gut, unser Held "keksi" wird in Zukunft mehr guten Kaffee servieren statt Fahrkarten zu kontrollieren. Und Lokführer bleiben auch erstmal; die nächsten 10 Jahre zumindest. Und wenn doch mal irgendwann autonom gefahren wird, hat auch der Lokführer Anspruch auf Qualifikation und Weiterbeschäftigung. Ich sehe die Folgen schon kommen: anno 2050 hat jeder der bis dahin völlig vertrottelten Fahrgäste einen persönlichen Büttel für die gesamte Fahrt.

Ansonsten: Berlin München ist supidupi, Konkurrenz kein Problem und das Wetter bzw die Folgen bekommt der Verein auch in den Griff.

Soweit so langweilig.

Wirklich bestürzt und geschockt ob einer sensationellen News war ich aber bei der Beantwortung der ersten Frage, in der die Pünktlichkeit thematisiert wurde. Die Antwort des Herrn Lutz, 2. Satz - jetzt gut festhalten, das wird Euch umwerfen:

Aber ich will nicht drumherum reden: Wir müssen besser werden.

MEGA, oder? Ist in den vergangenen 200, oder wieviel Jahren auch immer, Bahnbetrieb jemals ein Chef auf eine solch verwegene Idee gekommen? Ist ja quasi bahn-brechend diese Wahnsinnserkenntnis! Also dafür bekommt der Herr Lutz von mir vorab schon mal mehr Pluspunkte als DB Fernverkehr im Jahr an Verspätungsminuten produziert.

Ich bin auch eine Stunde, nachdem ich es gelesen habe, noch immer völlig fertig, total aufgewühlt emotional und kann nicht einschlafen nach der Nachtarbeit.

WIR MÜSSEN BESSER WERDEN.

So einfach ist das. Irgendwie zwar Quatsch, weil ja alles perfekt ist - wer zweifelt, frage einfach "comical keksi". Andererseits ist natürlich das Beste gerade gut genug und Ansporn, noch besser als perfekt zu sein. Wobei ich mich frage, wie das im Reiche DB Fernverkehr noch gehen soll.


WIR MÜSSEN BESSER WERDEN. Das gehört bei jedem intern produzierten Zettel Papier als Header, als Überschrift, als Motto ganz nach oben als Motivationsschub. Und jeder Mitarbeiter darf und kann erst dann seinen Dienst antreten, wenn er laut ICH MUSS BESSER WERDEN in die Zugangssteuerung gebrüllt hat. Bei jedem Treffen, jedem Gespräch und jedem Telefonat muss der erste Satz lauten ICH MUSS BESSER WERDEN. Jeder Fahrdienstleiter, Schaffner, Lokführer, jede Bistromaus, jeder Verkäufer, jeder Werkstattmitarbeiter und jeder aus der Teppichetage und jeder andere, den ich vergaß, muss das verinnerlichen. ICH MUSS BESSER WERDEN. Weil wir alle BESSER WERDEN MÜSSEN. Es gibt keine 10 Gebote mehr, sondern nur noch EINES (auch da konnte man rationalisieren).

Also liebe Bahner: IHR MÜSST BESSER WERDEN.

Aktuell gehe ich mit der Wahnsinnsidee schwanger, Karfreitag einen Zug nutzen zu wollen. Mehrere sogar. Da werde ich jeden Bahner, auf den ich treffe, ungefragt und gleich als erstes entgegenrufen: SIE MÜSSEN BESSER WERDEN!!!!

Danke Herr Lutz für das teilhaben lassen an Ihrer Wahnsinnsmegaerkenntnis.

ICH MUSS BESSER WERDENde Grüße von

jörg

der auch nach dem Endlos-Sermon immer noch nicht einschlafen kann ...

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Wer die Dummköpfe gegen sich hat, verdient Vertrauen! (Jean Paul Sartre)


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