KR: Olympia-Rennbahn vs. Gyeongbu-Rennbahn. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Donnerstag, 11. Januar 2018, 20:33 (vor 253 Tagen) @ MartinN
bearbeitet von Oscar (NL), Donnerstag, 11. Januar 2018, 20:34

Hallo MartinN,

Was mich wundert ist dass die Strecke "nur" für einen Höchstgeschwindigkeit von 250Km/h trassiert wurde.

Das ist inzwischen keine Seltenheit mehr. Auch in China werden jetzt reichlich 250 km/h Strecken gebaut, ich berichtete schon eher.
Wobei in China 250 km/h eher IC-Verkehr entspricht, oder B-Produkt Fernverkehr. Eigentlich sogar C-Produkt (B = 280-300 km/h und A = 350-380 km/h wobei Normalchines(inn)en wohl eher die B-Produkte wählen, da A viel teurer).

Offenbar ist eine 250 km/h Rennbahn in Asien wesentlich preiswerter zu haben als eine 350-380 km/h Rennbahn. Das Warum verstehe ich nicht ganz; ich meine, unsere HSL-Zuid wurde ja auch für 300 km/h gebaut obwohl Thalys mit 250 km/h kaum langsamer wäre.
Dafür verstehe ich dass eine 350 km/h Fahrt in der Regel eine doppelte Energiemenge braucht in Vergleich zu einer 250 km/h Fahrt (7/5 hoch zwei). Im Endeffekt ist der Unterschied geringer, denn auch in CN/KR können die Rennzüge Bremsenergie zurückspeisen.

Persönlich denke sind 250Km/h absolut ausreichend, was mich aber wundert ist dass hier die Koreaner nicht eine Strecke für 300Km/h, wie die anderen Strecken in ihrem Lande, gebaut haben.

Das hat angeblich drei Gründe:

1. relativ dünne Besiedlung im Zielort: Gangneung (Austragungsort vieler Eisdisziplinen) hat soviele Einwohner wie Eindhoven (215.000), Busan (Zielort der 300+ km/h Strecke) soviele wie Berlin (3,5 Millionen).

2. relativ dünne Besiedlung unterwegs: an der Olympiastrecke liegen überwiegend Kleinstädte gleicher Grösse. Pyeongchang (Hauptort der Winterspiele) hat nur ein Drittel der Einwohner von Innsbruck. Zwischen Seoul-Busan liegt mittendrin noch Daejeon, so gross wie Duisburg und Düsseldorf zusammmen.

3. relative kurzer Reiseabstand: Seoul-Gangneung ist 169 km, entspricht K-F, wobei Gangneung eher ein Endpunkt ist und nicht (wie Frankfurt) ein Drehkreuz.
Seoul-Daegu-Busan ist 387 km die man aufgrund der Grösse der beiden Städten locker nonstop fahren kann. Irgendwie ist die Reisezeit dann etwas lang mit 2:08 (hatte eher 1:30 oder so erwartet, angeblich drei Sektionen ohne Stadtumfahrungen, oder langwierige Fahrt durch Seoul?).

Insgesamt ist die Olympiastrecke eher eine hochwertige, sogar prestigeträchtige IC-Verbindung. Man stelle sich eine 250 km/h Rennbahn Berlin-Rostock vor wo der ICE 4 als IC verkehrt...

Apropo, wie sieht es eigentlich mit dem neuen Zug genannt HEMU-430X aus?

Das ist ein Prototyp. Das X steht für eXperimental. Bevor der Fahrgastbetrieb losgeht, sollen zuerst die Serienzüge gebaut werden.

Mich dünkt es der sollte doch so langsam in den Fahrbetrieb gehen, steht er doch bereits seit 2012 auf den Schienen.

2012-2015 wurde getestet. Man überlegt angeblich noch ob Seoul-Busan in 2:00 oder doch 1:50 angestrebt werden soll. Je nach dem muss weiter getestet werden oder kann der Serienbau losgehen.


gruß,

Oscar (NL), immer wieder beeindruckt von den asiatischen Rennzügen und Rennbahnen, vor allem China.

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

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Sie haben noch 101 Wochen die Chance, einen echten DB-IC zu genießen!


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