"Zügigste Reisemöglichkeit" – auf welcher Basis? (Allgemeines Forum)

SEE 238 @, ST/NI, Mittwoch, 06. Dezember 2017, 12:20 (vor 7 Tagen) @ musicus
bearbeitet von SEE 238, Mittwoch, 06. Dezember 2017, 12:20

Hallo,

Dann ist auch das noch von den FGR-Regelungen abgedeckt, mindestens solange der Gesamtreiseweg bepreisbar bleibt und der "Umweg" die zügigste Reisemöglichkeit zum Ziel darstellt.

Auf welche Regelung gründet sich diese Aussage?
Ich frage deshalb, weil ich mit dieser Thematik auch schon konfrontiert war und leider auch schon Falschinformationen von der DB veröffentlicht wurden, die nicht den geltenden Fahrgastrechten entsprechen.

So decken die Fahrgastrechte ab, dass ab >60 Minuten Verspätung am Zielbahnhof die Reise auch zu einem späteren Zeitpunkt nach Wahl des Fahrgastes fortgesetzt werden kann. Damit sind auch Umwege abgedeckt, die nicht die zügigste Reisemöglichkeit zum Ziel darstellen.

Artikel 16
[…] Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass bei Ankunft am Zielort gemäß Beförderungsvertrag die Verspätung mehr als 60 Minuten betragen wird, so hat der Fahrgast unverzüglich die Wahl zwischen
[…]
c) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung unter vergleichbaren Beförderungsbedingungen bis zum Zielort zu einem späteren Zeitpunkt nach
Wahl des Fahrgasts.

Weiterhin gibt es bekanntlich die 20-Minuten-Regelung der DB. In deren FAQ heißt es dazu:
Bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielort seiner Fahrkarte kann der Fahrgast:
bei nächster Gelegenheit die Fahrt auf der gleichen Strecke oder über eine andere Strecke fortsetzen oder
die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen, wenn dadurch die Ankunftsverspätung am Zielbahnhof reduziert werden kann oder
[…]

Diese Formulierung findet sich auch auf fahrgastrechte.info. Interessanterweise erlauben die BB der DB (Punkt 9.1.1) auch ab 20 Minuten Verspätung am Zielbahnhof eine Fortsetzung der Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt nach Wahl ohne die Bedingung der Verringerung der Ankunftsverspätung am Zielbahnhof.

Für Verspätungen >60 Minuten (wie in diesem Fall) ist die Sache aus meiner Sicht aber klar und die Regelung auch insbesondere dann sinnvoll, wenn die Verspätung bereits vor Fahrtantritt festgestellt wird. Dann sollte dem Fahrgast schon die Möglichkeit gegeben sein, auch eine andere als die nächstmögliche Reisemöglichkeit zu nutzen – auch, um den Flexibilitätsnachteil gegenüber dem Auto möglichst gering zu halten.

Beste Grüße
SEE 238

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