Mit dem Gottardino zur Ferrovia Genova–Casella (4/4 m 40 B) (Reiseberichte)

TD ⌂ @, Dienstag, 05. Dezember 2017, 18:57 (vor 7 Tagen)

Hallo zusammen,

willkommen zum letzten Teil unserer kleinen Rundfahrt nach Italien und Frankreich. Im dritten Teil hatten wir die Ferrovia Genova–Casella und die Standseilbahnen von Genua besucht, heute folgt nun die letzte Etappe.

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Tag 4: Genua – Rapallo – Mailand – Bellinzona – Arth-Goldau – Zürich - Konstanz

Eigentlich haben wir für den heutigen Tag nur die Rückfahrt an den Bodensee auf dem Plan. Allerdings ist mir das als Tagesprogramm etwas zu dünn und eine Fahrt Genua-Konstanz nicht ganz tagesfüllend. Ich schaue mir zunächst die Fahrpläne Richtung Cinque Terre an, aber das ist fast etwas weit und ich finde schließlich mit Rapallo ein attraktiv erscheinendes Ziel.

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Vorbei am Kolumbus-Denkmal laufen wir am Morgen zum Bahnhof Genova Piazza Principe.

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Mit einem Intercity in Richtung Rom fahren wir nun zunächst durch den Tunnel unter dem Stadtgebiet von Genua, anschließend führt die Strecke landschaftlich reizvoll entlang der Küste des Tyrrhenischen Meers.

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Nach einer halben Stunde Fahrt verlassen wir den Zug in Rapallo, einer 30.000-Einwohner-Stadt südlich von Genua. Die Stadt liegt eingebettet zwischen Bergen und Meer – wir entscheiden uns zunächst für die Berge und folgen den Wegweisern zur Funivia Rapallo-Montallegro – hier freundlicherweise sogar auf Deutsch ausgeschildert.

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Ja, ich weiß, eigentlich sind wir hier in einem Eisenbahnforum. Man verzeihe mir aber ein paar Bilder von der Seilbahn. Die Talstation liegt unscheinbar und etwas versteckt in einem Wohngebiet, zwischen den Häusern geht es nun nach oben und bald schon bietet sich ein toller Blick über Stadt, Land und Küste.

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Die dichte Zivilisation an der Küste weicht nun bewaldeten Hügeln. Die Fahrt mit der Seilbahn dauert rund 7 Minuten, über eine Strecke von gut 2 Kilometern führt die Bahn hinauf in die Berge.

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Die Bergstation befindet sich unweit der Wallfahrtskirche Santuario di Nostra Signora di Montallegro, die im Jahr 1558 erbaut wurde. Hier oben könnte man bestimmt auch schön wandern – aber dafür reicht unsere Zeit dann doch nicht, und so fahren wir bald wieder hinab.

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Erbaut wurde die Seilbahn 1934, der Höhenunterschied zwischen Berg- und Talstation beträgt rund 600 Meter. Allein wegen des Panoramablicks auf die Riviera di Levante hat sich der Ausflug auf den Berg gelohnt.

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So, jetzt schauen wir noch etwas unten in Rapallo um, vorbei an der Basilika...

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...und durch die Altstadt...

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...laufen wir ans Meer. Mittlerweile ziehen Wolken auf, die Villa Porticciolo liegt schon im Schatten...

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...aber am Schloss (Castello di Rapallo) gibt es noch kurz einige Sonnenstrahlen. Die Burg wurde im 16. Jahrhundert erbaut, um den Hafen zu verteidigen.

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So, ab jetzt gibt es wieder Bahnbezug. Der Bahnhof von Rapallo an der Bahnstrecke Genua-Pisa wurde 1868 eröffnet, die meisten Fernverkehrszüge halten in Rapallo. Wir steigen nun in einen Intercity von La Spezia nach Mailand.

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Gut, die Bahnstrecke von Rapallo nach Genua haben wir heute Morgen ja schon befahren – aber die Fahrt am Golfo Paradiso ist auch ein zweites Mal reizvoll.

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Nach dem Halt in Genua verlassen wir die Küste und die Strecke führt durch das ligurische Hinterland durch das Val Polcevera hinauf in den Apennin.

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Diesen Fluss kennen wir bereits: im letzten Teil waren wir mit der Ferrovia Genova–Casella schon über den Scrivia gefahren, nun begegnen wir dem Po-Zufluss erneut. Die Landschaft vor dem Zugfenster ändert sich nun und wir erreichen die Po-Ebene.

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Überhaupt scheint heute der Tag des Wiedersehens zu sein, der Ticino (zu Deutsch der Tessin) hatte uns am ersten Reisetag auf der Gotthardstrecke und bis zum Lago Maggiore begleitet. Jetzt ist es nicht mehr weit bis Mailand.

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Es gibt keine Warteschlangen und die Ticketkontrolle am Gate geht flott – da können wir es nach der Ankunft in Milano Centrale wagen, zwecks Proviantkauf den Bahnsteigbereich zu verlassen. In Mailand haben wir 35 Minuten Übergangszeit...

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...auf den Eurocity in Richtung Zürich. Als EC 18 verkehrt heute ein ETR 610 der Trenitalia. Falls hier jemand Ähnlichkeiten mit dem VW Golf 1 oder einem Audi 80 entdeckt: das Fahrzeugdesign stammt von Giorgio Giugiaro, der sich als Automobildesigner einen Namen gemacht hat.

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Durch Norditalien fahren wir nun Richtung Grenze. Nachdem wir auf der Hinfahrt die Alternativstrecke am Ufer des Lago Maggiore gewählt hatten, befahren wir nun die klassische Fernverkehrsstrecke am Luganersee.

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Der ETR 610 ist ja ganz ok – aber ein Panoramawagen bietet dann doch mehr Reisekultur. Und so verlassen wir in Bellinzona den Eurocity und wechseln zur Fahrt auf der Gotthard-Bergstrecke auf den nachfolgenden Interregio.

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Wir suchen uns Sitzplätze auf der rechten Seite, so können wir zumindest noch ein paar wenige Bilder der Bergstrecke einfangen, wobei die Schatten im Tal schon recht lang sind.

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Am Bahnhof von Airolo gibt ein Denkmal Anlass, auch die Opfer des Tunnelbaus nicht zu vergessen. Das Denkmal Vittime del lavoro (Opfer der Arbeit) ist den beim Bau des Gotthard-Eisenbahntunnels verunglückten Arbeitern gewidmet.

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Gut – das Foto der Kirche von Wassen darf bei einem Reisebericht der Gotthard-Bergstrecke nicht fehlen, wobei das Licht nun schon grenzwertig ist.

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Da es für weitere Streckenbilder bald zu dunkel ist und wir die weitere Strecke zudem von der Hinfahrt schon kennen, kürzen wir den Rest des Reiseberichts jetzt ab. In Arth-Goldau steigen wir um auf einen ICN nach Zürich - hier entsteht auch das letzte Bild von der Fahrt am Zürichsee – und fahren dann mit einem Interregio zurück nach Konstanz.

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Nach der Ankunft in Konstanz haben wir etwas Zeit, bis unser Bus nach Hause fährt und so schlendern wir noch eine Runde am Hafen, wo die Imperiastatue anlässlich des Konziljubiläums Teil eines Illuminationsprojekts wird und in purpurnem Licht erstrahlt.

Eine Zauberformel für schöne Bahnreisen gibt es wahrscheinlich nicht – ich denke aber, ein Tour Richtung Gotthard, Riviera und die Bahnen in und um Genua sind auf jeden Fall eine Reise wert.

Ich bedanke mich für das Interesse sowie die Kommentare und Rückmeldungen zu den bisherigen Teilen.

Viele Grüße

Tobias

PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.

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www.bahnreisefuehrer.de - Deutschland aus der Fahrgastperspektive
Der Weg ist das Ziel: Meine Bahnreiseberichte.
www.Bahnreise-Wiki.de Ein Mitmach-Projekt mit Tipps & Tricks für Bahnreisen im In- und Ausland.


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