Eine Zugfahrt Mit Glühwein [m. 18 B.] (Reiseberichte)

JanZ ⌂ @, Aschaffenburg, Sonntag, 03. Dezember 2017, 21:15 (vor 11 Tagen)

Und schon wieder eine Spaßtour: Diesmal sollte es auf die Unstrut- und die Pfefferminzbahn an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen gehen. Für letztere war es höchste Eisenbahn (no pun intended), da der Reiseverkehr zum Fahrplanwechsel nächste Woche abbestellt wird. Nach einigem Herumspielen mit der DB-Auskunft entscheide ich mich dafür, erst mit einer Prämie für den reduzierten Preis von 500 Punkten die Unstrutbahn und auf dem Rückweg für einen 22,40-Euro-Sparpreis die Pfefferminzbahn zu erkunden.
Los geht es um 7.43 Uhr in NAH. Der RE, im Navigator erst mit +6 angekündigt, hat dann doch nur etwa +4. Der RE aus Fulda ist ebenfalls verspätet, also steige ich nicht in FH um, sondern fahre wie vorgesehen nordmainisch. Noch schnell einen Cappuccino in der Lounge und dann in den Sprinter nach Berlin, der angenehmerweise nur in Erfurt und Halle hält. Der ist recht gut gefüllt (daher wäre der Sparpreis auch hoch gewesen), ich finde aber noch einen Platz mit freiem Nebenplatz. Auf der Fahrt döse ich ein bisschen, die Weihnachtsmarktbesucher für Erfurt sind zwar laut, aber nicht zu sehr. In UE stöbere ich ein wenig in der Bahnhofsbuchhandlung und versorge mich mit Proviant für die Weiterfahrt, bevor ich mich in den Abellio-RE Richtung Leipzig setze. Auch der ist gut gefüllt, auch hier gibt es aber noch zwei freie Plätze nebeneinander. Meinen nächsten Umsteigebahnhof Naumburg erreichen wir pünktlich, und ich sehe gerade noch rechtzeitig, dass ich in der Umsteigezeit mit der Doppeltraktion LVT-S der Burgenlandbahn schon einmal nach Naumburg Ost und zurück fahren kann. Also mache ich das und bleibe sitzen, als es auf die Unstrutbahn geht. Auf der geht die Fahrt recht gemächlich, und sehr voll ist zumindest mein Wagen ab Freyburg nicht. Bei Karsdorf unterqueren wir den nördlichen Teil der VDE 8:
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Bald darauf erreichen wir Nebra. Der Zug fährt von hier noch drei Kilometer weiter nach Wangen, wo es ein Museum zur Himmelsscheibe gibt und wofür eine zusätzliche Garnitur benötigt wird, die wir hier kreuzen und auf die ich umsteige. Zum einen aus Zeitgründen, zum anderen, weil es hier in Nebra noch Signale der Bauart EZMG gibt (daher die merkwürdige Schreibweise der Überschrift).
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Nach einem ausgedehnten Kreuzungshalt geht es zurück, und da ich diesmal auf der anderen Seite sitze, gelingen mir Bilder von einigem entlang der Strecke, das mir schon auf der Hinfahrt aufgefallen ist, wie der Lokfriedhof bei Karsdorf
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der Altstadt von Laucha
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oder dem Schloss Neuenburg in Freyburg mit Weinbergen in Deutschlands nördlichstem Anbaugebiet.
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Schon auf der Hinfahrt hatten wir einen Zug mit offenbar ausrangierten 143ern gekreuzt, inzwischen war er in Naumburg angekommen:
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Ob diesem Zug für den Antrieb eine falsch gepolte Knopfzelle reicht, ist mir nicht bekannt:
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Ich hatte wieder Zeit, noch einmal nach Naumburg Ost zu fahren, wobei ich jetzt erst sah, dass es im LVT-S neben dem Führerstand eine Nische mit „Lokführerperspektive“ gibt:
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Auf der Weiterfahrt gab es die erste, aber nicht einzige Verspätung an diesem Tag: Der Abellio-RE aus Saalfeld gab seine Ankunftsverspätung von fast +30 der Rückleistung Richtung Erfurt in Form von immer noch etwa +15 mit. Mir konnte es allerdings egal sein, weil ich in Großheringen genug Zeit hatte. Dort wartete ich an Gleis 5 gemeinsam mit einigen anderen Unentwegten:
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Bis Straußfurt fährt schon länger nichts mehr, nach Sömmerda ist zumindest von hier aus in einer Woche Schluss. Das Gleis wird dann für die wieder eingeführten Züge über die Verbindungskurve zur Saalbahn genutzt.
Als der Desiro nach Sömmerda aus der Abstellung kam, zeigte sich, dass wohl nicht alle Wartenden rein zufällig da waren:
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Pünktlich um 15.27 Uhr ging es los. Ich kann mich übrigens nicht erinnern, schon mal auf einer Strecke gefahren zu sein, die nachher stillgelegt wurde, erst recht nicht so kurz nach meiner Fahrt. Die Infrastruktur scheint übrigens besser in Schuss zu sein als auf der Unstrutbahn, und der Zug war nicht allzu schlecht gefüllt, wenn auch der Desiro wohl überdimensioniert war. Die Landschaft war nicht spektakulär, aber mit dem winterlichen Abendlicht ergaben sich ganz nette Perspektiven.
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Bei Buttstädt, von wo aus die Züge auch ab dem 10. Dezember weiter fahren, unterquerten wir wieder die VDE 8:
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Sömmerda erreichten wir pünktlich, woraufhin der Zug gleich entschwand, wohin auch immer. Eins der Bahnhofsschilder erinnert an den Namen der Strecke:
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Das war es auch mit den Fotos, denn ab jetzt war es zu dunkel. Die Fahrt war noch nicht zu Ende und verlief leider auch nicht ganz ohne Komplikationen: Der RE nach Erfurt hatte wegen „verspäteter Bereitstellung“ +25, so dass zum ICE nur noch Sichtverbindung bestand. Also zum Hugendubel am Anger. Auf dem dortigen Weihnachtsmarkt gönnte ich mir eine „Thüringer“ und Glühwein. Da jetzt doch die Zeit knapp wurde, füllte ich Letzteren in meinen mobilen Kaffeebecher um – nur um den Wein dann, als ich den Zug gerade noch erreicht hatte, größtenteils im Rucksack zu finden. Nun gut, ein bisschen konnte ich dann doch noch trinken, das Buch ließ sich auch angefeuchtet noch lesen, und die Ersatzverbindung klappte sogar besser als gedacht. In FH erreichte ich nämlich noch die RB nach NAH, so dass ich dort genau eine Stunde später als geplant ankam. Etwas Aufregung gab es noch, da die Ausfahrt von den Fahrradständern und der Haupteingang wegen eines Polizeieinsatzes gesperrt waren, aber dann machte ich mich ganz entspannt auf den Weg nach Hause.

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Im Volk, da ist sie sehr beliebt, unsere Eisenbahn,
Doch dort, wo's keine Schienen gibt, da hält sie selten an.

(EAV: Es fährt kein Zug)


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