Sicherheit vor Pünktlichkeit vor Wirtschaftlichkeit (Allgemeines Forum)

ThomasK, Donnerstag, 12. Oktober 2017, 12:34 (vor 11 Tagen) @ Breisgau-S-Bahn

Ich halte das für eine gute Maßnahme - besser jedenfalls als der Verzicht auf das stationäre Zp9. Zumindest wirkt es für mich erfolgversprechender.

Was ist eure Meinung dazu?


Bereits zu Bundesbahnzeiten wurde den Mitarbeitern die Binsenweisheit beigebracht:

Sicherheit vor Pünktlichkeit vor Wirtschaftlichkeit.


Selbstverständlich ist die Pünktlichkeit wichtiger als wirtschaftliches Fahren. Insbesondere wenn der Zug Verspätung hat muss selbstverständlich mit der Streckengeschwindigkeit gefahren werden, was bedeutet, dass man schärfer fahren muss, d.h. zügiger beschleunigen und zügiger bremsen.

Mit der ökoterroristischen Praxis auch dann wirtschaftlicher zu fahren, wenn der Zug Verspätung hat, ist man so auf die Schnauze gefallen, das man nun zu dem zurückkehrt, was zu Bundesbahnzeiten absolute Binsenweisheit war.

Sicherheit vor Pünktlichkeit vor Wirtschaftlichkeit.

Allerdings ist scharfes Fahren nur EINE Komponente auf dem Weg zu einer pünktlicheren Bahn. Wichtig ist vor allem, dass man bei sämtlichen Fahrplanerstellungen die Infrastruktur so erstellt, dass ein Regelzuschlag von 7% statt 3,5% berücksichtigt wird.

Wird also z.B. bei einem ITF eine Kantenzeit von 60 Minuten benötigt und beträgt die Umsteigezeit 3 Minuten, dann muss gemäß des Planungsdreiecks die Infrastruktur so gebaut werden, dass die Fahrzeit (60 - 3) / 1,07 = 53,27 Minuten beträgt. Da der Fahrplan auf 0,1 Minuten berechnet wird, ist auf die nächst niedrigere erste Dezimalkommastelle abzurunden. In diesem Beispiel muss also die Infrastruktur so gebaut werden, dass eine Fahrzeit von 53,2 Minuten = 53 Minuten + 12 Sekunden mit den vorgesehenen Fahrzeugen erreicht wird.

Das Beispiel zeigt wieder einmal perfekt wie das Planungsdreieck funktioniert: Abhängigkeit und Zusammenarbeit zwischen Infrastruktur, Fahrzeugen und Zugangebot.

Diese Binsenweisheit, deren Beachtung zu Bundesbahnzeiten selbstverständlich war, wurde lange Zeit unter solchen Pfeifen wie Mehdorn & Co völlig außer Kraft gesetzt.

Es kommen aber noch etliche andere Komponenten dazu. Beispielsweise fährt man nicht auf Verschleiß, baut Redundanzen in der Leit- und Sicherungstechnik ein und schneidet rechtzeitig Sträucher und Bäume an den Gleise zurecht.

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Ach ja und noch etwas:

Etliche Leute, die der Bahn nicht wohlgesonnen sind und wollen, dass der Betrieb nicht läuft, sprechen heutzutage keine Bombendrohungen mehr aus.

Die Deppen rufen einfach mit ihrem Handy bei der Polizei an und behaupten einfach, dass Kinder im Gleis spielen. Dann wird großräumig abgesperrt und die Hinweisgeber lachen sich über die Dämlichkeit der Verantwortlichen kaputt.

Strafrechtlich passiert den Störern nichts, denn die Kinder könnten, wenn die Polizei die Gleise erreicht, inzwischen ja schon längst weggelaufen sein.

Wurde jemals schon eine Autobahn gesperrt, nur weil Fußgänger entlang des Standstreifens an der Leitplanke liefen? Es darf gelacht werden.

Würde man einfach die Fakehinweise auf spielende Kinder im Gleis ignorieren und den Betrieb normal weiterlaufen lassen, dann wäre es ganz schnell mit dem Unfug vorbei.


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Fazit: Mit der Streckengeschwindigkeit zu fahren, ist richtig, aber es müsste bei weitem noch mehr gemacht werden, um die Bahn wieder in einen ordentlichen Zustand zu versetzen.


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