Zur Südspitze Europas, Teil 3: Tarragona–Ronda (Reiseberichte)

mrhuss ⌂ @, ICE 275, Sonntag, 08. Oktober 2017, 14:47 (vor 71 Tagen) @ mrhuss

Neben all der Politik gibt es in Spanien natürlich immer noch viele unglaublich schöne Ort zu sehen. Einer davon ist Ronda in Andalusien. Die Stadt Ronda wurde von den Mauren auf einem steil aufragenden Felsen an der Schlucht El Tajo de Ronda des Flusses Guadalevin erbaut.

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Doch zunächst einmal wie man mit der Bahn nach Ronda gelangt: Die RENFE bietet durchgehende AVE-Hochgeschwindigkeitszüge von Barcelona nach Andalusien an, die nicht in Madrid halten. Die Züge werden in Cordoba geteilt und fahren nach Sevilla und Malaga weiter. Es werden die Talgo 350 oder Ente (Pato) genannten Triebzüge der Baureihe 112 eingesetzt. In der Preferente-Klasse wurde tageszeitgemäß Frühstück, natürlich auf Wunsch mit Cava, serviert. Wir nahmen am Camp de Tarragona den Zugteil nach Malaga und mussten in Antequera Santa Ana umsteigen.

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Der Bahnhof Antequera Santa Ana ist mitten im Nichts und dient eigentlich nur als Umsteigebahnhof. Die wichtigste Umsteigeverbindung war bisher die nach Granada. Allerdings wird dort momentan gebaut und eine normalspurige AVE-Anbindung entsteht. Deshalb wird derzeit nach Granada SEV gefahren. Unser Anschluss nach Ronda stand schon bereit.

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Die Baureihe 599 sind dreiteilige Mittelstrecken-Dieseltriebwagen mit nur einer Klasse.

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Der Zug ist aus Fahrgastsicht durchaus auch mittel komfortabel mit verstellbaren Sitzen und Steckdosen.

Der Fahrplan auf der eingleisigen, nicht elektrifizierten Strecke von Antequera Santa Ana über Ronda bis in Europas südlichste Großstadt Algeciras (Tarifa liegt noch ein wenig südlicher, hat aber nur 18.000 Einwohner) ist recht überschaubar. Es fahren drei Media-Distancia-(MD)-Zugpaare, die normalerweise nach Granada durchgebunden sind und zwei Altaria-Züge, die lokbespannt mit umspurbaren Talgo-Wagen von bzw. nach Madrid fahren. Diese Züge werden in Antequera Santa Ana umgespurt und die Lok wird gewechselt. Außerdem gibt es noch ein MD-Zugpaar von Malaga nur bis Ronda.

Doch nun noch zu Ronda selbst: Wie oben schon erwähnt, ist Ronda auf Felsen an einer Schlucht erbaut. Drei Brücken überspannen den Fluss. Die älteste ist die von den Mauren erbaute „Arabische Brücke“. Ebenfalls ursprünglich von den Mauren erbaut, dann während der Reconquista zerstört und von den Spanien wiedererrichtet ist die höher gelegene „Alte Brücke“.

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Die Spanier gründeten auf der anderen Seite der Schlucht einen neuen Stadtteil, das Marktviertel „El Mercadillo“. Im 18. Jhd. wurde die spektakulärste der drei Brücken erbaut, die Neue Brücke, die die Schlucht am höchsten Punkt überspannt.

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In der sehenswerten Altstadt befindet sich am Rathausplatz die Kirche Santa Maria la Mayor.

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Überwiegend wird die Altstadt von engen Gassen geprägt, die sich nur manchmal zu kleineren Plätzen weiten, wie hier an der Kirche Nuestra Señora de la Paz.

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Warum man Ronda auch zu den typischen weißen Dörfern Andalusiens zählen kann, erkennt man bei einem Rundgang sehr schnell. Ein Blick über die Schlucht von der Altstadt ins Marktviertel beweist das.

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Ronda muss man allein schon wegen der spektakulären Schlucht unbedingt gesehen haben! Da die Stadt nicht sehr groß ist, bietet sich an, sie als Tagesausflug zu besuchen, wenn man zum Beispiel in Granada oder Malaga übernachtet. Wir hatten sie als Station mit zwei Übernachtungen auf dem Weg nach Gibralter eingeplant. Wenn man länger bleibt, kann man Wanderungen oder Pferdetouren ins Umland unternehmen oder das Stadtmuseum besuchen. Mutige können – natürlich nur gesichert – die Schlucht mit einer Seilrutsche überwinden oder über in den Fels montierte eiserne Leitern erklimmen.

In Teil 4 geht es weiter nach Gibraltar.

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Viele Grüße!
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Mein Blog "Spontan, wild und Kuchen" - Kategorie Bahn


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