Zur Südspitze Europas, Teil 1: Frankfurt–Andorra (m.v.B.) (Reiseberichte)

mrhuss ⌂ @, ICE 275, Sonntag, 08. Oktober 2017, 14:18 (vor 15 Tagen)

Wie jedes Jahr ging es für meine Frau und mich im September wieder Richtung Süden, natürlich mit der Bahn. Diesmal machten wir nicht in Katalonien halt, sondern drangen bis in den äußersten Süden Europas vor, woran ich Euch mal teilhaben lassen möchte. Ich hoffe, der kleine Bericht gefällt Euch, obwohl (oder gerade weil?) auch ein paar Sachen mit nur begrenztem Bahnbezug dabei sind.

Unsere Route (Bilder anklicken zum Vergrößern):

[image]

Unser Fahrplan:



06.09. Frankfurt (Main) Hbf.    ab 12:58 Uhr   TGV 9552
       Paris Est                an 16:50 Uhr

07.09. Paris Montparnasse       ab 11:52 Uhr   TGV 8508
       Toulouse Matabiau        an 16:00 Uhr
                                ab 16:48 Uhr   TER 71479
       Andorre - L'Hospitalet   an 19:20 Uhr

10.09. Lleida Pirineus          ab 15:40 Uhr     R 15042
       Tarragona                an 17:29 Uhr

25.09. Camp de Tarragona        ab 09:05 Uhr   AVE 39990
       Antequera Santa Ana      an 14:02 Uhr
                                ab 14:40 Uhr    MD 13064
       Ronda                    an 15:45 Uhr

27.09. Ronda                    ab 12:21 Uhr   ATR 9366
       San Roque - La Línea     an 13:34 Uhr

29.09. Algeciras                ab 11:45 Uhr    MD 13065
       Antequera Santa Ana      an 14:35 Uhr
                                ab 15:00 Uhr   AVE 3991
       Barcelona Sants          an 20:22 Uhr

02.10. Barcelona Sants          ab 09:25 Uhr   TGV 9702
       Montpellier Saint Roch   an 12:20 Uhr
                                ab 14:11 Uhr   TGV 6882
       Lyon Part Dieu           an 16:04 Uhr

03.10. Lyon Part Dieu           ab 10:01 Uhr   TGV 9582
       Frankfurt (Main) Hbf.    an 15:58 Uhr

Nach Andorra mit der Bahn zu reisen ist gar nicht so einfach, um nicht zu sagen unmöglich, denn es gibt in Andorra keine Eisenbahn. Der nächstgelegene Bahnhof ist Andorre – L’Hospitalet in Frankreich. Die Station hieß früher L’Hospitalet-près-l’Andorre, so wie die Gemeinde, in der sie liegt, und wurde 2008 umbenannt. In der DB-Reiseauskunft steht noch der alte Name. Der Bahnhof wird von TER-Zügen aus Toulouse bedient sowie von einem Nachtzug der SNCF von Paris Austerlitz.

Wir trafen auf den Gegenzug nach Paris:

[image]

Über letzteren gab es schon Einstellungsdiskussionen, aber derzeit verkehrt er wohl. Vom Bahnhof fährt zwei Mal am Tag ein Bus über die Grenze.

Doch zunächst einmal galt es, bis dort hin zu kommen. Man kann die Etappe, wenn man nur früh genug losfährt, als Tagestour schaffen. Wir fanden es aber entspannter, am Vorabend nach Paris zu fahren und in unserem Lieblins-Käsefondue-Restaurant einzukehren. Im (!) Bahnhofsgebäude von Paris Est fanden wir sogar noch ein halbwegs günstiges Hotel mit für Pariser Verhältnisse ausgesprochen großen Zimmern. Weiter ging es am nächsten Tag vom Bahnhof Montparnasse über die neue Schnellfahrstrecke nach Bordeaux und weiter nach Toulouse. Seit Eröffnung der neuen Strecke fahren hier TGV Duplex im inOui-Design mit dem Hinweis auf die neue, kürzere Fahrzeit zwischen Paris und Bordeaux.

[image]

[image]

Die Strecke von Toulouse nach Andorre – L’Hospitalet ist landschaftlich ausgesprochen sehenswert, besonders ab Foix, wenn die Pyrenäen erklommen werden. Kurz vor dem Ziel fährt man noch, wie es sich für eine richtige Gebirgsbahn gehört, durch einen Kehrtunnel. Endpunkt der Strecke ist übrigens La Tour de Carol – Einveitg an der Grenze zu Katalonien.

Mit dem Bus fuhren wir nicht bis in die Hauptstadt Andorra la Vella durch, sondern zunächst nur bis el Tarter. Von dort ging es am nächsten Morgen erst zu Fuß bis zur nächsten Zwischenstation und dann noch mal mit dem Bus weiter.

Der erste Abschnitt führt über den „Cami del Gall“ …

[image]

… von el Tarter über Sant Joan de Caselles, …

[image]

… und den Wallfahrtsort Meritxell …

[image]

[image]

… nach Encamp.

Wegen des Nationalfeiertags von Andorra, der Diada de Meritxell am 8. September, war ein Teil der Hauptstraße zwischen Meritxell und Encamp abgesperrt. Für unsere Wanderung sperrten freundliche andorranische Polizisten in prächtiger Feiertagsuniform auch noch die restliche Straße, damit wir bequem auf den Fußweg auf der anderen Straßenseite wechseln konnten.

Wegen Regens ließen wir die für den nächsten Tag geplante zweite Etappe der Wanderung ausfallen und fuhren mit dem Bus in die Hauptstadt Andorra la Vella. Ein Großteil dieser ist mit Geschäften und Einkaufszentren belegt. Die niedrigen Steuern machen Luxusartikel und Alkohol billig, wegen der Bedeutung von Andorra als Wintersport-Gebiet gibt es auch jede Menge Sportgeschäfte. Die historische Altstadt aber bildet einen Gegenpol zum hektischen Treiben in der Einkaufsmeile. Hier liegen Sehenswürdigkeiten wie das Casa de la Vall, der frühere Sitz des andorranischen Parlaments, …

[image]

…, das neue Parlament, …

[image]

… und die Nationalbibliothek.

[image]

In Teil 2 geht es gleich weiter nach Tarragona.

--
Viele Grüße!
[image]
Mein Blog "Spontan, wild und Kuchen" - Kategorie Bahn


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum