Des Denken des deutschen Michl ... (Allgemeines Forum)

Christian_S, Donnerstag, 14. September 2017, 20:27 (vor 39 Tagen) @ musicus

Man kann sich aber auch von der metaphysikalischen Ideologie befreien, das Gedenken an die Opfer von Eschede ließe sich ausschließlich über "884" oder "Wilhelm Conrad Röntgen" bewahren.

So ist es. Jeder der Angehörigen hat mit Sicherheit seine ganz eigene Art der Trauerbewältigung, vor allem natürlich meist in Form persönlicher Erinnerungen. An Röntgen werden dabei die wenigsten denken ...

Oder sind in der 'Landshut' auch 101 Unschuldige getötet worden ?

Ach, Mist! Zu wenige Leichen...

Das ist das Denken des "deutschen Michl" ... also des Durchschnittsdeutschen. Egal wie schlimm etwas ist, das Menschen durchgemacht haben ... solange sie noch leben ist das alles nicht mal ansatzweise so schlimm wie wenn die Person tot wäre. So denken leider viele, die sich oft nicht in die Gedanken einer Person, die wirklich schlimmes erlebt hat, hineinversetzen können. Das sieht man übrigens auch gut beim Thema Sterbehilfe: Egal wie schlimm jemand leidet und wie hoffnungslos sein Zustand ist, aber solange er lebt soll er gefälligst dankbar dafür sein.
In vielen anderen Ländern, auch in einigen unserer Nachbarländer, ist man da vom Horizont her viel weiter ...

Ich bleibe dabei (s. auch Parallelpost): Hier wird nichts falsch gemacht, weil es nichts falsch zu machen gibt - richtig zu machen allerdings ebensowenig. Die DB hat sich für sich für diese, praktizierte Form des Gedenkens entschieden, das ist zu respektieren. Ein Zwang ist es nicht!

Ganz genau so sehe ich das auch. Ich bin auch nicht für eine Wiedereinführung eines ICE mit diesem Namen ... aber nicht wegen Röntgen, sondern einfach weil man das gar nicht braucht ...


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