Acht Tage zwischen Ostsee und Salzkammergut - Fortsetzung 1 (Reiseberichte)

TD ⌂ @, Dienstag, 16. Mai 2017, 17:41 (vor 66 Tagen) @ TD

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Zwei Stunden später als geplant sind wir wieder am Bahnhof Barth. Der Bahnhof und die Bahnstrecke stehen vor einer ungewissen Zukunft. Einerseits gibt es Bestrebungen, den verbliebenen Streckenabschnitt der Darßbahn bis Prerow zu reaktivieren oder gar Pläne aus dem Jahr 1925 für einen Weiterbau bis Graal-Müritz zu verwirklichen – andererseits wurde der Personenverkehr zwischen Velgast und Barth vom Land nicht mehr ausgeschrieben und steht damit im Dezember 2017 vor der Einstellung.

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Insofern bin ich froh, zumindest die Strecke bis Barth jetzt in meiner Sammlung zu haben – sollte eines Tages die Darßbahn wieder in Betrieb gehen, komme ich gerne nochmals hierher. 1991 wurde die Strecke zwischen Velgast und Barth übrigens elektrifiziert, um Urlauberzüge durchbinden zu können. Nachdem die Infrastruktur von der UBB übernommen wurde, wurde die Fahrleitung jedoch wieder demontiert und der Personenverkehr wird seither mit Dieseltriebwagen abgewickelt.

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Auf dem Südabschnitt der Darßbahn fahren wir nun zurück, diesmal jedoch nur bis Velgast. Nach zwölf Minuten ist der dortige Bahnhof erreicht.

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Der Bahnhof Velgast wurde 1999 umgebaut, aus dieser Zeit stammt auch die neue Bahnsteigüberdachung. Laut Wikipedia soll die Konstruktion von Meinhard von Gerkan stammen, der als Architekt des Berliner Hauptbahnhofs bekannt ist.

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Velgast ist als Intercity-Halt auf der Strecke Stralsund-Rostock bekannt – und gehört mit knapp 1.800 Einwohnern wahrscheinlich zu den kleinsten Orten mit Fernverkehrshalt. Wir haben hier ausreichend Zeit für eine kleine Runde durch das Dorf.

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Die Dorfkirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Fundamente und Mauern bestehen aus Feld- und Backsteinen und haben bis heute überdauert, ein hölzerner Kirchturm hingegen wurde 1695 wegen Baufälligkeit abgerissen, so dass die Christus-Kirche heute turmlos ist.

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Nun zurück an den Bahnhof. Einst begann auf dem Bahnhofsvorplatz noch die Franzburger Südbahn nach Tribsees, diese hat jedoch die Wende nicht überlebt, ein letzter Personenverkehr wurde 1995 durchgeführt und die Strecke danach abgebaut. Der Bahnhof Velgast wurde 1889 eröffnet, heute wirkt der Dorfbahnhof mit IC-Halt recht tot, es gibt offenbar nicht mal mehr einen Fahrkartenautomaten.

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Mit dem RE 9, dem Hanse-Express, fahren wir bis Rostock. Den Stadler-Flirt kenne ich von zu Hause als seehas am Bodensee, hier nun die rote Variante von der Ostsee.

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Auch der RE 1 von Rostock nach Hamburg trägt den Namen Hanse-Express, im luxuriösen Oberdeck des Doppelstockwagens fahren wir bis Bad Kleinen.

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Das hatte ich mir eigentlich anders gedacht. Dass die Sonne schon bei der Fahrt durch Westmecklenburg untergeht war so nicht geplant, stattdessen wollte ich eigentlich auch die Fahrt auf der mir noch unbekannten Bahnstrecke von Bad Kleinen nach Lübeck bei besserem Licht absolvieren.

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In Bad Kleinen steigen wir jedenfalls in den RE 4 um. Der Bahnsteig 3/4 des Bahnhofs geriet 1993 durch einen missglückten GSG-Einsatz zur Festnahme von RAF-Terroristen in die Schlagzeilen. Mit dem LINT fahren wir bis Lübeck.

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In Lübeck steht das letzte Umsteigen für den heutigen Tag auf dem Plan, wir fahren nun wiederum mit einem LINT auf die Ostseeinsel Fehmarn bis zur Endstation Puttgarden.

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Weitere Streckenbilder der Vogelfluglinie müssen wir uns jetzt eben für die Rückfahrt aufsparen. Bei diesem Bild sind wir schon am Bahnhof Puttgarden angekommen, wo unsere heutige Reise endet.

Es geht gleich weiter...

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