FAZ:Warum Provinz-Fürsten für ihr Dorf 'nen ICE-Halt möchten (Allgemeines Forum)

sappiosa, Donnerstag, 12. Februar 2009, 09:26 (vor 3899 Tagen) @ Alf

A.S. Ich versuche hier mal den Link so einzustellen, dass ihn IE-User auch nutzen können:

FAZ-Artikel

Hallo zusammen,

2. ich frage mich wie viele "metropolen" noch einen ICE-halt bekommen bevor die presse aufhört in deutschland von einem hochgeschwindigkeitsnetz zu sprechen :-/

Tjaja, ein Spannungsfeld: Der Wunsch des einzelnen "Dorfes" ist verständlich, aber wenn es alle wollen, geht der Effekt gegen Null zurück.
(Wobei im Artikel selbst eigentlich nur die Rede von Städten wie München ist, deren Anbindung an den HGV nie zur Debatte stand.)

Eigentlich bietet das (im Thread angesprochene) japanische Nozomi-Hikari-Kodama-System gute Chancen, mit dieser Lage umzugehen. Das wiederum wird in Deutschland immer wieder torpediert von Kirchturm-Politikern und Sensations-Medien, die sich weigern zu akzeptieren, dass es zwischen "alle halten hier" und "keiner hält hier" Mittelwege gibt. Ich kann mich daran erinnern, dass es die Schlagzeile gab "Aachen soll abgehängt werden", als die DB darüber diskutierte, einen (und nur einen!) ICE Köln-Brüssel in Aachen durchfahren zu lassen.

Wie man das Prinzip auch in der Infrastruktur umsetzt, zeigen die Italiener. Mit ihren "Autobahn-SFS" können Hikari die Innenstädte bedienen (und nicht nur, wie in Limburg, einen Vorstadt-Bahnhof ohne Nahverkehrsanschluss), Nozomi an der Stadt vorbeiknallen; und das HGV-Netz zieht FS als Gesamtkonzept auf, anstatt nur hier ein Stück und dort ein Stück zu planen. Wohlgemerkt, die Siedlungsstruktur von Italien ist der von Deutschland durchaus vergleichbar. Aber Italien nimmt auch eine Menge Geld dafür in die Hand, und es wird ja immer wieder kolportiert, FS stehe vor der Pleite...

Schöne Grüße
Daniel (aka Sappiosa)


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